Schokolade

Der Kaffee wurde schon von mir besungen, jetzt ist die Schokolade dran. Denn ein Leben ohne Schokolade ist möglich, aber sinnlos. Und hin und wieder brauche ich ein gerüttelt Maß (na ja, meistens ziemlich genau 100g) des dunkelbraunen Wundermittels um durch den Tag zu kommen.

Wobei auch die Schokolade, ähnlich wie der Kaffee bei mir zu Schlafstörungen führt, wenn ich sie abends konsumiere. Aber der Tag ist lang und fängt früh an.

Dennoch, zu viel des Guten ist irgendwann nicht mehr gut. Mir ist auch schon ein paar Mal schlecht geworden von zu viel Kakakobohnenprodukt.

Und dann setzte ich noch einen drauf und mache Kaffee mit Kakao. Beides zusammen ist der ultimative Wohlfühldrink, der mich bei Überdosierung allerdings zum Duracell-Häschen macht. Egal, hin und wieder muss es einfach sein.

Ich habe auch versucht, mir die Schokolade abzugewöhnen. Das ist aber weitaus schwieriger als beim Kaffee. Daher beschränke ich mich darauf, meinen Konsum zu beschränken und den Verzehrzeitpunkt entsprechend früh zu wählen, dass ich schlafen kann und die Menge entsprechend so, dass mein Bauch nicht motzt. Ein guter Kompromiss, so kann ich nach wie vor das braune Gold genießen, ohne mich der negativen Folgen aussetzen zu müssen.

Ich weiß nicht, ob Schokolade die Kreativität ankurbelt, die kognitiven Fähigkeiten scheinen positiv beeinflusst zu werden. Jedenfalls gibt es Studien, die auf eine gesundheitsfördernde Eigenschaft von Kakao hindeuten. Woher das kommt, weiß man nicht. Aus ebenfalls nicht ganz klaren Gründen macht Schokolade außerdem glücklich. Man dachte, das käme von den Botenstoffen in der Schoki, aber die können die Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden. Daran liegt es also nicht. Es gibt aber immer wieder Forschungen und sogar eine aktuelle Studie zur Krebsprävention durch Kakao.

Schokolade hat aber noch ein paar Nachteile. Sie macht sich nicht so gut auf der Tastatur. Oder dem Bildschirm. Mein Sofa mag auch keine Schokolade. Das hat es mit den Kissen, der Kuscheldecke und meiner Hose gemein. Alles in allem ist das aber kein Problem und hält mich nicht von weiterem Konsum ab.

Das wäre ja auch noch schöner! Schließlich ist ein Leben ohne Schokolade… na ihr wisst schon.

Klartext

Wie viel künstlerische Freiheit ist bei Texten denn so ok? Nun, das kommt vermutlich auf die Art des Textes an, und wer das Publikum ist. Ein Roman für die breite Öffentlichkeit hat da vielleicht andere Anforderungen, als ein dadaistisches Gedicht für einen Literaturclub. Ersteres braucht schon mehr Grammatiktreue und verständlichen Inhalt. Sprich, da sollte man als Autor Klartext reden. Meine Meinung.

Aber was meine ich denn mit Klartext reden in Bezug auf einen Roman? Gut lesbar und grammatikalisch möglichst korrekt, das ist leicht nachvollziehbar und eindeutig. Beim verständlichen Inhalt kommt da schon Interpretationsspielraum in die Sache.

Was genau ist denn leicht verständlich? Und wann wird es zu leicht? Man will ja auch nicht schreiben, als wäre die Leserschaft in der Grundschule. Mit der offensichtlichen Ausnahme des Schreibens von Kinderbüchern, versteht sich. Wenn man für ein erwachsenes Publikum schreibt, sollte man seine Leser aber weder für dumm verkaufen, noch völlig überfordern. Eine Fremdwörterschlacht ist also genauso wenig angebracht, wie Kleinkindsprache. Die goldene Mitte ist vermutlich wie so oft das beste Maß.

Da gibt es aber noch mehr Aspekte. Ich arbeite gerne mit Wortspielen. Leider sind die oft recht subtil und gehen an den Leuten vorbei. Das ist jetzt vielleicht nicht so wild, mir entgeht auch immer wieder mal was. Aber schade ist es schon. Und zu viele Wortspiele sind auf Dauer vielleicht auch ermüdend. Hier und da was einstreuen werde ich aber bestimmt auch weiterhin tun, auf die Gefahr hin, dass es nicht bemerkt wird.

Der wichtigste Aspekt ist aber die Unmissverständlichkeit. Und da muss man glaube ich sehr aufpassen. Mir geht es zurzeit oft so, dass ich mich schwertue, Situationen so zu beschreiben, dass wirklich eindeutig klar ist, was da wie passiert. Das muss ich definitiv noch üben und da mehr Klartext reden. Wenn ich selber nach ein paar Monaten lesen erst mal nachdenken muss, wie eine Passage jetzt eigentlich gemeint ist, ist das ein schlechtes Zeichen. Da muss ich noch nachschärfen. Auf der anderen Seite möchte ich auch nicht zu ausschweifend werden, nur um eine eventuell gar nicht so entscheidende Situation zu beschreiben. Ich will den Leser ja auch nicht langweilen. Klartext reden und sich dabei kurzfassen ist die Kunst. Schwafeln kann jeder.

Ich denke, das ist mal wieder – wie so oft – Übungssache.

Entwurf

Womit fängt man sein Buch an? Mit dem Entwurf. Das ist nicht zwingend so, könnte aber helfen.

Jetzt bin ich schon über die erste Phase hinaus und habe eine fünfstellige Anzahl an Wörtern geschrieben. Kann man das jetzt noch als Entwurf bezeichnen und ab wann ist es denn keiner mehr?

Und warum ist das wichtig, das zu wissen?

Also es ist vermutlich nicht wichtig das zu wissen, aber es kann möglicherweise helfen. Bei einem Entwurf sind Kreativität und Planung eng verknüpft. Außerdem ist ein Entwurf etwas Vorläufiges, das als Basis einer späteren Ausarbeitung dient. Man kann jetzt einwenden, dass bei einem Roman die Ausarbeitung des Plots ja der Entwurf ist.

Da ist was dran. Aber ich finde, der Plot alleine ist noch nicht genug. Für mich gehören da auch Hintergrund und Charakterskizzen dazu. Ebenso wie eine Struktur. Am besten mit Einleitung, Hauptteil und Schluss. Dann sollte noch der Höhepunkt festgelegt werden und die Schlüsselereignisse, die sich zwar im Plot wiederfinden sollten, aber dennoch nochmal ihre eigene Aufmerksamkeit bekommen sollten. Ich finde es auch hilfreich, die wichtigsten Teile der Geschichte auszuformulieren.

Und da hapert es jetzt bei mir. Die Struktur könnte ein bisschen Ausarbeitung gebrauchen, ebenso die Schlüsselereignisse. Und bisher habe ich meinen Roman sehr linear geschrieben, also die Handlungsstränge von vorne nach hinten.

Aber ich glaube, damit habe ich jetzt einen halben Entwurf und einen viertel ausformulierten Roman. Und vielleicht würde ich mich leichter tun, erstmal meinen Entwurf besser auszugestalten. Ein klassisches Top-Down Prinzip. Erst einmal alle Teile, die man braucht, beschreiben, in Beziehung setzen und soweit skizzieren, dass klar ist, was da am Ende stehen soll. Und ehrlich gesagt, so klar ist das bei mir nämlich nicht.

Daher denke ich, dass ich erst nochmal meinen Entwurf sauber ausarbeiten sollte. Die Grenzen, wo es über den Entwurf hinaus geht, sind dann sicherlich fließend, wenn einzelne Teile schon ins Detail gehen. Das macht nichts, den springende Punkt ist, dass die ganze Geschichte entworfen ist, nicht nur die ersten Kapitel. Von vorne bis hinten.

Hochstapler-Syndrom

Ich leider zurzeit ganz massiv am Hochstapler-Syndrom. Nur, dass es bei mir gar kein Syndrom ist, sondern ich tatsächlich ein Hochstapler… äh. Moment. Himmel, das ist echt schwer, sich davon zu lösen.

Was ist das überhaupt? Man redet sich ein, dass man eigentlich gar nix weiß und nix kann und alles was man trotzdem an Leistungen hervorbringt, Glück oder Zufall sind. Oder einen andere Leute völlig überschätzen, aufgrund Missverständnissen oder nicht nachvollziehbaren Fehleinschätzungen.

Ein bisschen Hochstapler-Syndrom ist vielleicht auch ganz gesund, es bringt einen dazu, dass man sich halt ein bisschen mehr anstrengt, um gefühlt vom Hochstapler dann doch zu einem qualifizierten Leistungsträger zu werden. Aber wenn es zu viel wird, ist es eben nicht mehr gesund. Und es spielt dem Perfektionismus in die Karten. Oder umgekehrt, der Perfektionismus spielt dem Hochstapler-Syndrom in die Karten.

Ich weiß nicht, warum ich da grade so massiv dran zu knabbern habe, aber ich bin der mehr oder minder festen Überzeugung, dass mich alle Welt massiv überschätzt und ich viel weniger weiß, als ich eigentlich müsste, und als jeder denkt, dass ich weiß. Und das nur, weil ich nicht alles weiß. Aber objektiv betrachtet: Ich kann ja gar nicht alles wissen. Und das erwartet auch keiner von mir. Außer ich selber, offenbar, ich Depp. Und dann schimpfe ich mich auch noch… Herrje.

Tief durchatmen.

So. Jetzt nochmal kühl betrachtet. Ich mache derzeit keine wirklich guten Fortschritte, was mein Buch betrifft. Heißt das, dass ich keine Autorin mehr bin? Dass ich grundsätzlich zu blöde bin, ein Buch zu schreiben? Dass ich hier betrügerischer Weise einen Blog darüber betreibe, wie ich ein Buch schreibe, obwohl ich immer noch nicht fertig bin?

Nein. Manche Autoren haben Jahre gebraucht, bis sie ihren ersten Roman fertiggestellt haben. Danach hat keiner daran gezweifelt, dass sie Autoren sind.

Also, alles ist gut. Ich bin nicht perfekt. Ich bin keine Überfliegerin, keine Hochleistungsschreiberin, aber das muss ich auch gar nicht sein um trotzdem immer noch Autorin sein zu können.

Ganz ohne Hochstapelei.

Badewanne

Es muss nicht immer die Dusche sein, manchmal ist auch die Badewanne ganz schön. Früher fand ich Badewanne immer super langweilig. Dann habe ich mir ein Badewannentablet zugelegt und Bücher, Handy, Tablet oder Getränke mitgenommen und schon war es deutlich kurzweiliger.

Das birgt natürlich eine gewisse Gefahr, dass mir Dinge auf Tauchtour gehen. Das Risiko gehe ich aber trotzdem meistens ein. Allerdings muss ich zugeben, dass ich mich noch nicht getraut habe, mein Laptop mitzunehmen und zu schreiben. Vielleicht könnte ich da aber auf das gute alte Papier mit Stift zurückgreifen. Wäre mal einen Versuch wert.

Jedoch macht das dann doppelte Arbeit und ich bin ja faul. Das Badewannengekritzel muss ich später erst wieder abtippen. Hmm.

Eventuell bleibe ich in der Badewanne doch weiterhin beim Lesen. Ist ja auch eine sinnvolle Tätigkeit, die einen weiter bringt und dazu noch Spaß macht. Oder fast noch besser: Hörbuch hören. Mit einem Bluetooth Headset kann man dann das eigentliche Abspielgerät in trockene Sicherheit bringen.

Oder eben doch einfach mal Tagträumen. Auch eine feine Sache und in der Badewanne ist es ähnlich wie in der Dusche, man hat ja eigentlich nichts zu tun, keine Ablenkung und schöne Entspannung durch das warme Wasser. Hervorragende Voraussetzungen, um den Gedanken feien Lauf zu lassen. Und kreativ zu werden. Ach Moment, dann möchte man es am Ende doch wieder aufschreiben.

Aber ich erschaffe ja eh ständig Dinge, die nicht lange halten. Wie zum Beispiel in meinen Träumen. Inzwischen ärgere ich mich auch nicht mehr darüber, dass ich all die schönen Ideen nicht umsetzen kann. Sie finden dann ja vielleicht einfach wen anderes.

So oder so, heute gönne ich mir mal wieder ein schönes heißes Bad. Der Geist braucht es vielleicht nicht zwingend, aber mein Sofakörper freut sich darüber. Unter anderem, weil er sich vorher auch noch sportlich betätigt hat und die Muskeln jetzt ein bisschen jammern. Sollen sie, das warme Wasser haben sie sich heute auf jeden Fall verdient.

Ehrgeiz

Ich nehme mir gerne mal Dinge vor, stecke mir Ziele und erreiche sie dann nicht. Weil ich mir nicht genug Zeit genommen habe, es nicht ordentlich organisiert habe, es Schwierigkeiten gab oder sonstwas war. Einiges davon sind sicherlich Ausreden. Aber es geht bestimmt nicht nur mir so, dass man sich Großes vornimmt, und dann nicht genug Arbeit reinsteckt, um es auch wirklich umzusetzen. Aus welchen Gründen auch immer. Und dann können zwei Dinge passieren: entweder ich gebe die Sache auf, oder ich entwickle Ehrgeiz, um es irgendwie doch noch durchzuziehen. Ich hatte im Studium die ein oder andere Phase, wo ich kurz vorm Aufgeben war.

Kaum zu glauben, aber ich habe ein Diplom.

Wann gewinnt der Ehrgeiz und wann die Faulheit? Gute Frage. Und die Frage ist auch, was einen der Ehrgeiz kostet. Es gibt ja auch sowas wie falschen Ehrgeiz. Oder man stresst sich total rein, um etwas zu erreichen und wenn man es geschafft hat, stellt man fest, dass es den Aufwand gar nicht wert gewesen wäre.

Ein guter Grund für mich, Ehrgeiz zu entwickeln ist immer dann gegeben, wenn ich mir was beweisen will. Vielleicht will ich auch anderen was beweisen, aber mein eigener Stolz ist, das muss ich zugeben, manchmal ein guter Treiber. Auch wenn es sonst keinen interessiert, mir bricht ein Zacken aus der Krone, wenn ich es nicht schaffe.

Ist das nun gut oder schlecht? Ich glaube, so pauschal kann man das nicht beantworten. Das weiß man erst, wenn man es durchgezogen hat und danach bewertet. Ich habe schon darüber geschrieben, dass mir mein Buchprojekt die Sache wert ist. Dennoch ist es zurzeit nicht so einfach, mich damit zu beschäftigen. Stetige, kleine Schritte zu machen ist OK, aber mein Ehrgeiz möchte größere Fortschritte. Mein Schweinehund schiebt mögliche Überlastung vor. Aber es ist vielleicht nicht wirklich der Schweinehund. Wenn ich die Zeit eher in Yoga, Rückentraining und andere Dinge investiere, weil sie mir aktuell wichtiger vorkommen, dann hat das sicher einen guten Grund.

Ich will oftmals ganz viel und das dann auch alles auf einmal.

Aber das kann ich nun mal nicht leisten. Ich muss Prioritäten setzen. Und natürlich muss ich auch noch Spaß haben können. Das ist ganz wichtig, und der Ehrgeiz lässt einen das manchmal vergessen. Das Bloggen macht mir momentan viel Spaß. Ich möchte mir auch weiterhin die Zeit dafür nehmen. Aber vielleicht würde es meinem Buchfortschritt besser dienen, wenn ich die Zeit stattdessen in das Schreiben an meinem Roman investieren würde.

Ich könnte genauso gut andere Tätigkeiten streichen und stattdessen mehr schreiben. Ich muss meine Balance wohl erst noch finden.

Traumhaft

Manchmal träume ich surreale Sachen. Und manchmal sind meine Träume knallbunt, total plastisch und ich weiß dabei sogar noch, dass ich gerade träume. Und das finde ich absolut traumhaft. Es kommt aber leider nicht immer vor. Wenn man Träume als kreative Quelle nutzen will, was ich sehr empfehle, sollte man natürlich auch möglichst zuverlässig träumen können.

Aber kann man das überhaupt beeinflussen? Die Frage ist natürlich rhetorisch, denn wenn man es nicht könnte, wäre das ein sehr kurzer und vermutlich langweiliger und demotivierender Artikel. Und sowas schreibe ich nicht so gern.

Gut, was langweilig ist, entscheiden die Leser und das auch noch individuell. Da kann ich zwar was beitragen, aber ultimativ steuern kann ich das nicht. Ich schweife ab….

Damit ich wieder zum Thema komme und es nicht doch noch langweilig wird, schreibe ich jetzt mal was zum Träumen. Generell hat jeder Mensch die Fähigkeit zu träumen und tut das auch, egal ob er sich daran erinnert oder nicht. Lediglich wenn man zu Schlaftabletten greift, was man sowieso nicht tun sollte, träumt man nicht. Träumen ist aber extrem wichtig für das Gehirn. Und es macht ja auch Spaß.

Die Traumaktivität ist nicht gleichmäßig über den Schlaf verteilt. Man träumt gegen Morgen wesentlich mehr und intensiver als direkt nach dem Einschlafen. Und hier kommt schon die erste wichtige Regel: Wer viel und bunt träumen will, sollte sich genug Zeit lassen mit dem Schlaf. Wenn man sich nur fünf Stunden gönnt, ist das viel zu wenig und man träumt kaum. Geschweige denn bunt und intensiv. Schläft man sieben bis acht Stunden hat man gute Chancen einen schönen Traum zu erleben.

Der zweite Tipp schließt sich da an: kein Wecker. Ausschlafen heißt die Devise. Kurz bevor man natürlicherweise aufwacht, hat man die stärksten Träume. Das ist meine Kreativ-Hochphase, was ich da an fantastischen Geschichten ausbrüte, ist oft schon eine tolle Buchidee. Aus der ich dann nichts mache, weil ich nun mal leider nicht ständig ein neues Projekt anfangen kann.

Die Königsdisziplin ist luzides Träumen. Dabei ist der Träumer sich bewusst, dass er gerade träumt. Und er kann den Traum auch steuern. Das macht dann gleich noch mehr Spaß. Allerdings gelingt mir das nur selten. Dabei kann man das wirklich üben. Wenn man Idealbedingungen zum Träumen hergestellt hat und sich dann noch vor dem Schlafengehen fest vorgenommen hat, luzide Träume zu haben, wird es einem zunehmend leichter fallen, auch tatsächlich welche zu haben. Man kann seine Traumfähigkeit auch dadurch trainieren, dass man sich nach dem Aufwachen direkt versucht, an so viel Geträumtes wie möglich zu erinnern. Man wird nach einer Weile feststellen, dass man sich immer leichter und an immer mehr erinnert und dass man viel intensiver träumt. Je intensiver man träumt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass man luzid träumt.

Und das ist einfach nur traumhaft!

Im Tran

Heute hätte ich fast meinen Blogartikel vergessen. Das wäre kein Drama gewesen, aber wieso ich jetzt doch noch schreibe, finde ich bemerkenswert. Also ein bisschen. Für mich ist es eventuell bemerkenswert. Heute war ich nämlich irgendwie im Tran. Vielleicht kennt ihr das. Man kommt nicht aus dem Quark, alles ist irgendwie zäh, aber es macht ja auch nichts, schließlich ist Sonntag.

Allerdings hatte ich mir schon irgendwie ein paar Dinge für heute vorgenommen und die dann nicht gemacht. Auch kein Drama. Gibt halt so Tage, da passiert nicht viel. Da ist man halt im Tran. Immerhin war ich heute im Wald auf dem Trimm-Dich-Pfad. Also nicht ganz so super faul, wie es hätte werden können. Und so ein paar andere Dinge der täglichen Routinen habe ich auch gemacht.

Aber was ist denn nun mit dem Blogartikel? Warum hätte ich ihn fast vergessen, aber dann doch nicht?

Man muss dazu sagen, dass ich für all die Dinge, die ich gerne täglich machen möchte und mir als Gewohnheiten antrainieren möchte eine Todo-Liste führe. Natürlich steht da auch der Blogartikel drauf. Aber eben auch jede Menge anderes Zeugs, viele Kleinigkeiten, die ich eben gerne mal vergesse, wenn sie noch nicht zur Routine geworden sind. Die Liste verändert sich auch im Laufe der Zeit, wenn irgendwas zur Routine geworden ist, fällt es raus und dann ist Platz für neues. Oder manche Dinge gebe ich auch einfach so auf, weil ich feststelle, dass es mir auf Dauer einfach nicht taugt.

Diese Erinnerungshilfe ist für mich ein wichtiges Werkzeug, um neue Gewohnheiten aufzubauen. Wenn ich das nicht tue, passiert nämlich meistens folgendes: Die neue Gewohnheit, die noch keine ist, mache ich am Anfang wirklich täglich. Für bestimmt zwei oder auch drei Wochen. Dann kommt eine Phase, wo es mir sehr leicht passieren kann, dass ich es mal vergesse. Vielleicht weil ich einen Tag krank bin, oder Besuch bekomme, oder ein spannendes Buch lese und plötzlich der Tag rum ist. Und dann gehe ich ins Bett und habe das, was auch immer ich mir angewöhnen will, nicht gemacht. Und merke es erst am nächsten Tag. Manchmal erst Tage später! Manchmal auch erst nach Wochen. Wenn ich es dann merke, ist mir normalerweise nicht klar, wie ich das vorher wochenlang jeden Tag machen konnte und dann einfach komplett vergesse.

Aber so ist es. Deswegen führe ich eine tägliche Liste, die mich an alles erinnert.

Heute hab ich die Liste auch nicht wirklich angeschaut. Und vermutlich wäre ich ohne einen weiteren Blick auf die Liste ins Bett gegangen. Eine Menge Kleinigkeiten fallen dabei unter den Tisch. Ist kein Problem, morgen werde ich ja wieder dran erinnert. Das hätte dann vermutlich auch meinen Blogartikel erwischt.

Aber da war so ein komisches Gefühl. Irgendwas fehlt. Das fühlt sich nicht gut an. So wie ungeputzte Zähne. Ich kann alles mögliche ausfallen lassen, aber Zähneputzen muss sein. Und offenbar auch Blogartikel schreiben.

Jetzt fühle ich mich wieder komplett.

Möglicherweise wird das gerade zu einer Routine, die ich bald von meiner Liste streichen kann.

Spätschicht

Eine Zeit lang habe ich immer morgens meinen Blog Post geschrieben. Jetzt mache ich lieber eine Spätschicht und schreibe abends. Das liegt nicht daran, dass ich morgens nicht mehr früh aufstehe. Das tue ich nach wie vor. Aber ich habe festgestellt, dass ich zu viele Dinge in meinen Morgen presse und dann unter Druck einen Artikel schreiben muss.

Und ich will nicht müssen, ich will wollen. Klingt seltsam, ist aber so.

Einerseits bin ich abends eher müde und werde leichter ein Opfer von Dunkeldösigkeit und Sofakuschelei. Nicht die optimale Voraussetzung für eine Spätschicht. Andererseits schaffe ich es dann doch immer noch, meine Sofaposition so weit in die Aufrechte zu verlagern, dass ich eine Laptoparbeitshaltung einnehmen kann. Und kaum bin ich da, schon tippe ich Text. Und es fühlt sich wesentlich eher nach wollen an, statt nach müssen.

Schließlich will ich das tun aber ich will mich nicht unter Druck gesetzt fühlen. Insofern habe ich meinen Morgen nicht nur was das Bloggen betrifft ein bisschen ausgemistet, sondern auch ein paar andere Tätigkeiten nach hinten geschoben. Auf die Gefahr hin, dass ich sie dann gar nicht mache. Warum das so ist, kann man im bereits verlinkten Morgenmuffel Artikel nachlesen. Ich sollte also auch nicht allzu viel in den Abend legen, aber ein überschaubares Programm bringe ich ganz gut unter.

Im Großen und Ganzen ist mir hier einfach die Balance wichtig. Es muss sich gut anfühlen. Wenn ich mich morgens schon stresse, um möglichst viel in die Zeit vor Arbeitsbeginn reinzustopfen habe ich auch nicht viel davon. Dann bin ich schon gestresst in der Arbeit und dann natürlich auch gestresst am Abend. So schaffe ich dann erst recht nichts mehr. Lasse ich es morgens ein bisschen ruhiger angehen, läuft der ganze Tag schon nicht so hektisch und ich kriege auch abends noch Lust, was zu schreiben.

Möglicherweise ändere ich meine Routine aber irgendwann auch wieder und schreibe dann doch wieder am Morgen. Wer weiß.

Es tut mir aber einfach gut, da nicht zu streng und dogmatisch mit mir selber zu sein und einfach zu schauen, wie es mir momentan am besten gefällt. Ich mache immer noch gerne die meisten Dinge am morgen und das wird sich vermutlich auch nicht ändern. Aber ich habe jetzt eben auch nichts mehr gegen eine kleine Spätschicht.

Kein Zurück

Manchmal steht man vor Entscheidungen, vor denen man sich scheut, weil man denkt, dass es dann kein zurück mehr gibt.

Die Realität sieht für die meisten Menschen aber oft so aus, dass es eben doch ein zurück gibt. Wir neigen zur Überbewertung und Überdramatisierung. Und am Ende ist es alles nur halb so wild, und wenn man will, findet man einen Weg zurück.

Tatsächlich sind es eher unvorhergesehene Ereignisse, die das Leben so verändern, dass es kein zurück mehr gibt. Ein schwerer Unfall oder Schicksalsschlag. Ich hab eine Weile darüber nachgedacht, ob es auch positive Ereignisse gibt, bei denen es kein zurück mehr gibt. Aber mir fällt nichts ein. Nichts, wo es wirklich unter gar keinen Umständen möglich ist, wieder in das alte Leben zurückzukehren. Schon komisch. Vielleicht muss ich da noch eine Weile drüber nachdenken.

Im echten Leben kommt sowas also wirklich eher selten vor. Und wenn es vorkommt, ist das meistens auch Stoff für eine packende Geschichte. Ja, jetzt kommen wir langsam an den Kern der Sache und warum ich mir da Gedanken mache.

Packende Geschichten sind ja durchaus gutes Material für einen Roman. Und da haben wir uns ja schon damit beschäftigt, dass man einen guten Plot braucht und Charaktere und so weiter. Dabei gibt es einen wichtigen Punkt zu beachten: wenn wir unseren Hauptprotagonisten auf eine schwierige Reise schicken, so richtig eine zum mitfiebern, muss das zwingend was sein, wo der nicht einfach mittendrin heim gehen kann. Denn sonst ist es total unrealistisch, dass er die Beschwerlichkeiten auf sich nimmt. Und womöglich sein Leben aufs Spiel setzt, et cetera. Er muss einen wirklich, wirklich guten Grund haben, weiterzumachen. Einen Grund, warum er nicht einfach so zurückkann. Völlig ohne Überdramatisierung.

Stellt euch mal vor, der Protagonist steht vorm Abgrund, es gibt nur eine morsche Hängebrücke auf die andere Seite, wo schon jede Menge Löcher drin sind. Der Wind weht kalt und scharf und rüttelt an der Brücke, die dabei erbärmlich quietscht und jammert. Der Abgrund ist so tief und voller Nebel, dass man den Grund nicht sieht. Unser Held wirft einen Stein hinunter und lauscht. Es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis tief unten, kaum noch zu hören, der Stein hallend den Boden trifft. So, warum sollte jetzt irgendjemand bei klarem Verstand über diese Brücke gehen? Hinter sich hat der Protagonist einen angenehmen Wanderweg, vor sich den fast sicheren Tod. Hm.

Bringen wir nun den Balrog in die Szene, welcher flammend und wütend den Wanderweg hinauf walzt. Da sieht die Sache doch schon anders aus. Das Vieh ist ziemlich groß, schwer und brennt wie verrückt. Die Wahrscheinlichkeit, dass es über die Brücke kommt und nicht mitsamt dem wackligen Ding in die Tiefe stürzt ist ziemlich gering. Jetzt erscheint der Weg auf die andere Seite für unseren Protagonisten die einzige, wenn auch sehr geringe und unwahrscheinliche Möglichkeit, zu überleben. Er nimmt all seinen Mut zusammen, holt tief Luft, und betritt die wackligen Bretter. Die Brücke knarzt und ächzt, aber hält. Der Balrog kommt näher, der Protagonist spürt die Wärme im Nacken – es gibt kein zurück mehr!

Es muss nicht immer ein Balrog sein, aber ihr wisst, was ich meine. Vermutlich gibt es nur wenig, was einen als Leser mehr nervt, als wenn Helden völlig ohne Not ihr Leben aufs Spiel setzen. Zumindest ich möchte sowas nicht lesen.

Und auch nicht schreiben.