Brillianz

Wie wird man ein brillanter Schriftsteller? Ehrlich gesagt, keine Ahnung. Ist Brillianz überhaupt erreichbar? Vermutlich ist das auch wieder sowas, was im Auge des Betrachters liegt und ganz sicher ein Prädikat, was von anderen verliehen wird.

Aber ist Brillianz überhaupt wichtig?

Was sind denn die wichtigsten Eigenschaften eines erfolgreichen Autors? Ich habe da mal ein bisschen drüber nachgedacht. Mir sind auch ein paar Sachen eingefallen, aber eventuell würden mir mit mehr Nachdenken noch mehr, oder andere einfallen. Und auch das ist nur mein persönliches Empfinden zum aktuellen Zeitpunkt. Jemand anderes, oder sogar ich selber zu einer anderen Zeit, hat da möglicherweise eine abweichende Meinung.

Fangen wir mal an, ein guter Schriftsteller sollte irgendeine Form der Selbstdisziplin haben und einen langen Atem. So ein Buchprojekt ist eine langwierige Angelegenheit, da sollte man Durchhaltevermögen beweisen und Dranbleiben können.

Das nächste Selbst ist das Selbstvertrauen. Da hapert es noch ein bisschen bei mir, ich habe dafür einiges an Selbstzweifeln. Kein guter Ersatz, wirklich nicht. Ich arbeite immer noch dran. Aber Selbstvertrauen und den Glauben in die eigene Kompetenz benötigt man einfach, wenn man sich mit seinem Buchprojekt an die Öffentlichkeit wagen will. Und das sollte man tun, wenn irgendwann der Erfolg kommen soll.

Eine gewisse Liebe zur Sprache, zu Wortspielen und ein Drang, sich gut auszudrücken sind eventuell nicht Pflicht. Aber ich glaube, ohne all das wird man sich wirklich schwertun, etwas zu schreiben, was den Lesern gefällt. Und was nicht gefällt, wird nicht erfolgreich.

Ein dickes Fell, wenn die Buchkritiken rauskommen. Das hat Überschneidungen mit dem Selbstvertrauen, aber ist sicher nochmal ein anderer Aspekt. Auch das ist nicht zwangsläufig notwendig, keiner zwingt einen, die Kritiken auch zu lesen. Vielleicht ist es aber nicht immer möglich, dem aus dem Weg zu gehen. Daher sollte man sich darauf einstellen können, negative Kritiken zu hören.

Ein gutes Gespür für eine spannende Geschichte. Das scheint offensichtlich zu sein, aber es gibt offenbar eine große Menge Möchtegernautoren, die die Verlage mit furchtbar langweiligen Manuskripten überhäufen. Ich kann nur hoffen, dass ich da nicht dazu gehöre werde.

Wenn man das alles beieinander hat, sieht es schon ganz gut aus, würde ich sagen. Ich gehe dann mal an dem ein oder anderen Aspekt noch ein bisschen arbeiten.

Wochenende

Ich hatte bisher eine ganz schön anstrengende Woche. Und jetzt freue ich mich auf das Wochenende. Ein bisschen erholen, Akku aufladen, entspannen. Und vielleicht mit Elan an einem Roman arbeiten?

Natürlich hab ich auch schon wieder einiges vor für das Wochenende. Und am Wochenende soll man ja nicht auch noch arbeiten müssen. Wobei sich da die Frage stellt, ist an meinem Roman schreiben eigentlich Arbeit?

Ja und nein würde ich sagen. Ich hab es ja mal als professionelles Hobby bezeichnet. Das heißt nicht, dass es keinen Spaß mehr macht. Es hat aber auch einen anderen Stellenwert als irgendein anderes Hobby, was ich mal mache, weil ich gerade Lust dazu habe, oder eben nicht. Dennoch sollte es nicht den Charakter einer mühsamen Tätigkeit haben, die ich nur mache, weil es halt sein muss.

Müssen tut gar nichts. Am besten streicht man das Wort aus seinem Wortschatz und sagt stattdessen wollen. Überhaupt, wenn man das mal durchzieht, verändern sich die Dinge und die Todolisten irgendwie ganz schön. Und plötzlich ist auch das Wochenende voller Dinge, die man tun will und auf die man sich freut, wie Wäsche waschen, ausmisten, putzen… Na ja. Aber auch diese Sachen wirken viel angenehmer, wenn man sagt, dass man sie machen will und nicht, dass man sie machen muss.

Und ganz ehrlich, ich will dieses Wochenende etwas ausmisten. Ich will mich auch erholen, ich will aufräumen, ich will schreiben. An meinem Wochenende will ich mich zu nichts gezwungen fühlen.

Hmm. Unter der Woche aber auch nicht. Und warum auch. Ich will arbeiten, ich will früh aufstehen, ich will nach der Arbeit meinen Feierabend genießen. Hört sich doch recht gut an.

Den Zwang machen wir uns selber am meisten. Jetzt wird der ein oder andere einwenden, dass man eben nicht einfach machen kann, was man will. Dass man Verpflichtungen hat. Wenn ich nicht auf der Arbeit auftauche, bekomme ich irgendwann kein Gehalt mehr.

Das stimmt, aber trotzdem ist das meine Entscheidung, gerade diese Arbeit zu machen, die ich eben mache und dieses Geld verdienen zu wollen, um meinen Lebensstandard zu halten. Müssen würde ich das nicht. Ich könnte genauso gut unter der Brücke schlafen.

Das will ich aber definitiv nicht. Ich will in meinem kuschligen Bett in meiner schönen Wohnung schlafen, auf meinem Laptop Texte tippen, während ich bequem auf meinem Sofa lümmle und die Annehmlichkeiten meines regelmäßigen Gehaltseingangs genießen.

Und natürlich auch mein wohlverdientes Wochenende.

Fragen stellen

Ich habe mich schon gefragt, ob ich überhaupt etwas zu sagen habe. Und postuliere, dass man immer etwas zu sagen hat, wenn man etwas sagt. Klingt jetzt nicht nach einer tiefgreifenden Philosophie, ich weiß. Da kommen wir aber direkt zum Gegenstück, dem Fragen stellen.

Das könnte schon etwas philosophischer werden, schließlich könnte es interessante Antworten geben, wenn man Fragen stellt. Dazu muss man natürlich auch erst einmal das Richtige fragen. Und das ist oft schwierig. Denn was ist die richtige Frage?

Gute Frage! Manchmal ist das schon der Knackpunkt. Wenn ich die richtigen Fragen stelle, bekomme ich die Antworten, die ich suche. Stelle ich die falschen Fragen, bekomme ich Grütze. Na ja, vielleicht nicht ganz so schlimm, aber ich bekomme eben nicht das, was ich tatsächlich suche.

Jetzt ist es womöglich ein längerer Prozess, bis ich die richtige Frage finde. Und derweil hinterfrage ich alles Mögliche andere. Das ist durchaus in Ordnung. Der Weg ist manchmal eben auch das Ziel, und da können schon eine Menge toller Sachen passieren.

Je länger und intensiver ich etwas hinterfrage, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass ich irgendwann die richtige Frage stelle und dann auch endlich die Antworten bekomme, die ich suche. Aber hinterfragen ist manchmal mühsam. Es ist auch nicht klar, wie lange es dauert, bis die richtige Frage kommt. Vielleicht drehe ich mich im Kreis und komme gar nicht weiter, weil die richtige Frage aus irgendeinem Grund verborgen bleibt. Sie will nicht gefunden werden und versteckt sich. Oft liegt das daran, dass man etwas anschauen muss, was man nicht sehen will. Und da lauert die richtige Frage, die unbequem, schmerzhaft, entlarvend oder verändernd ist. Oder alles davon.

Die Literatur kennt solche Fragen, die einen Wendepunkt einleiten können. Sie sind so berühmt, dass sie manchmal das einzige sind, was man von einer Geschichte kennt. Sie entwickeln ein Eigenleben und bekommen sogar feststehende Bezeichnungen, wie die berühmte Gretchenfrage.

So, wer weiß, wie diese Frage eigentlich lautet und aus welchem Werk sie stammt? Erstaunlich viele Laute kennen den Begriff Gretchenfrage, aber wissen das nicht. Falls ihr auch dazu gehört, ich kläre euch gerne auf:

Sie stammt aus Goethes Faust und wird von Margarete, genannt Gretchen, an Faust gestellt: „Nun sag, wie hast du’s mit der Religion?“ Wenn man Faust kennt, weiß man, dass das eine ziemlich prekäre Frage ist, wo selbiger doch seine Seele an den Teufel verkauft hat und nicht an Gott glaubt.

Auch andere berühmte Fragen haben ein Eigenleben entwickelt. Ich sage nur: Sein oder nicht sein?

Das ist hier die Frage.

Brainstorming

Heute habe ich beschlossen, meine eigene Meetup Gruppe für gemeinsames Schreiben zu gründen. Nachdem ich im Internet einfach nix in meiner Gegend gefunden habe. Soweit so gut, aber das Kind braucht einen Namen. Mein erster Versuch war „Autorengruppe Mittelfranken“. Das beschreibt die Sache zwar ganz gut, aber klingt total trocken und unsexy. Ein Brainstorming muss also her.

Normalerweise macht man ein Brainstorming aber nicht alleine. Wenn ich jetzt schon eine Autorengruppe hätte, könnte ich mit der zusammen den Namen brainstormen. Aber ich muss erst einen Namen angeben, bevor ich die Gruppe gründen kann. Ein klassisches Henne-Ei Problem.

Also schön, probiere ich einfach selber ein bisschen rum. Es ist erstaunlich, was mein Gehirn für Unsinn produziert, wenn ich ihm freien Lauf lasse. Ich erspare euch die vollumfängliche Liste meiner Gedankenblitze zu dem Thema.

Aber zurück zum Brainstorming. Das ist wie gesagt eine Kreativtechnik für Gruppen. Vermutlich kennt ihr die alle schon und habt sie selbst schon angewandt. Dennoch möchte ich hier mal ein bisschen die Theorie dieser Technik beleuchten, da kann man vielleicht noch mehr rausholen als gedacht.

Idealerweise hat man bei einem Brainstorming fünf bis sieben Teilnehmer, die unterschiedliches Hintergrund- und Fachwissen besitzen. Am besten auch auf verschiedenem Niveau, also zB. Fachmann und Laie. Es ist hilfreich, einen zusätzlichen Moderator zu haben, der die Ideen für alle sichtbar aufschreibt, Impulse gibt, wenn der Ideenfluss droht zu versiegen und auf die Einhaltung der Regeln achtet. Ja, die gibt es, damit das Brainstorming zum Erfolg werden kann.

Die wichtigste Regel ist vermutlich: keine Kritik. Jede Idee, und sei sie noch so abstrus, wird ohne zu werten in die Liste aufgenommen. Das ist der Witz an der Sache, denn je abwegiger ein Einfall zunächst erscheint, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass er später nochmal die Kreativität von jemand anderes anregt und dann unkonventionelle, aber brauchbare Ideen kommen. Ihr wisst ja, aus schlechten Ideen kann man prima bessere Ideen machen.

Die nächste Regel besagt: Quantität vor Qualität. Erstmal wird alles gesammelt was kommt, je mehr und je spontaner, desto besser. Alles ist erlaubt, freie Assoziationen in jede Richtung dürfen und sollen gemacht werden. Und die letzte Regel: Jeder Teilnehmer soll versuchen, die Ideen der anderen aufzugreifen und weiterzuentwickeln.

Spätestens mit der letzten Regel ist klar, warum das eine Gruppentechnik ist.

Aber wenn man alleine ist, kann man sich immerhin an die anderen Regeln halten und bekommt damit auch schon einen bunten Strauß an Ergebnissen. Und was man auch noch wissen sollte: Ideen kommen in Wellen. Nach der ersten Ergebnissammlung sollte man nicht gleich aufhören, sondern vielleicht eine kleine Pause einlegen und dann weiter machen. Die richtig coolen Sachen kommen oft erst in der zweiten Runde.

Und was ist jetzt mit der Meetup Gruppe? Die gibt es jetzt doch noch nicht. Nachdem ich endlich einen Namen gefunden habe und mich im Formular weiter geklickt habe, wollte Meetup nicht nur Geld, sondern auch eine Umsatzsteuer-ID von mir.

Das ganze Brainstorming war jetzt also für die Katz….

Nichts zu sagen

Ich schwelge gerade mal wieder in Selbstzweifel und Hochstapler-Syndrom. Dabei treibt mich aktuell die Frage um, was ich denn überhaupt zu sagen habe. Und ob es jemanden interessiert. Wobei man da differenzieren muss. Es ist ein Unterschied, ob ich nichts zu sagen habe, oder ob ich etwas zu sagen habe, aber keiner will es hören.

In beiden Fällen ist die Resonanz gleich null, aber dennoch ist es wichtig, das nicht in einen Topf zu werfen.

Das Problem ist nur: Wenn ich was zu sagen habe und keiner da ist, der es hören will, denke ich, dass ich nichts zu sagen habe. Oder zumindest nichts, was des Sagens wert wäre.

Die Sichtweise ist aber sehr einschränkend. Manchmal ist zum Beispiel einfach die Zeit noch nicht reif, für das, was man zu sagen hat und keiner interessiert sich dafür zum Zeitpunkt des Aussprechens. Jahre später geht die Aussage dann plötzlich viral, weil die Zeit dafür reif ist. Und dann war es eben doch gut, es gesagt zu haben.

Man kann es auch noch anders betrachten: in dem Moment, in dem man etwas sagt, hat man – ganz offensichtlich – etwas zu sagen. Völlig unabhängig von der Bewertung des Gesagten.

Wenn man tatsächlich nichts zu sagen hat, na ja, dann sagt man auch nichts.

Aber da kommen wir zum springenden Punkt und zum Kernproblem: die Bewertung des Gesagten. Und die ist in höchstem Maße subjektiv. Wenn ich jetzt den Fehler begehe und eine beliebige negative Bewertung meines Gesagten auf meine Person beziehe und mich damit abwerte, bin ich knietief drin in der Selbstdemontage. Denn irgendwem wird es immer irgendwie sauer aufstoßen, was ich zu sagen habe. Ich muss nur lang genug suchen, dann finde ich einen Kritiker. Manchmal muss ich gar nicht lang suchen.

Der schlimmste Kritiker bin ich nämlich selber.

Und ich bin auch nicht unbedingt hilfreich in meiner Kritik. Das, was ich anderen gegenüber niemals äußeren würde, schmeiße ich mir ohne mit der Wimper zu zucken mit Schwung selber an den Kopf. Und bin dabei gerne so richtig destruktiv. Autsch.

In der Folge rede ich mir dann ein, dass ich nichts zu sagen habe. Vermutlich aus Selbstschutz. Denn wenn das, was ich sage, zu so harscher Kritik führt, ist es besser, erstmal die Klappe zu halten.

Das macht es mir schwer, mich zu trauen, mit meinen Gedanken an die Öffentlichkeit zu gehen. Auch wenn keiner meinen Blog liest – ich weiß ja, was ich geschrieben habe und lasse eine vernichtende Kritik darüber in meinem Kopf niederprasseln.

Aber es wird leichter. Tägliches bloggen ist inzwischen nicht mehr nur täglichen Überwinden der Komfortzone. Es ist die tägliche Herausforderung, die mich nicht nur reizt, sondern auch Spaß macht.

Und manchmal bin ich ein bisschen stolz auf mich, wenn ich meinem inneren Kritiker den Finger zeige und auf „Veröffentlichen“ drücke.

Schokolade

Der Kaffee wurde schon von mir besungen, jetzt ist die Schokolade dran. Denn ein Leben ohne Schokolade ist möglich, aber sinnlos. Und hin und wieder brauche ich ein gerüttelt Maß (na ja, meistens ziemlich genau 100g) des dunkelbraunen Wundermittels um durch den Tag zu kommen.

Wobei auch die Schokolade, ähnlich wie der Kaffee bei mir zu Schlafstörungen führt, wenn ich sie abends konsumiere. Aber der Tag ist lang und fängt früh an.

Dennoch, zu viel des Guten ist irgendwann nicht mehr gut. Mir ist auch schon ein paar Mal schlecht geworden von zu viel Kakakobohnenprodukt.

Und dann setzte ich noch einen drauf und mache Kaffee mit Kakao. Beides zusammen ist der ultimative Wohlfühldrink, der mich bei Überdosierung allerdings zum Duracell-Häschen macht. Egal, hin und wieder muss es einfach sein.

Ich habe auch versucht, mir die Schokolade abzugewöhnen. Das ist aber weitaus schwieriger als beim Kaffee. Daher beschränke ich mich darauf, meinen Konsum zu beschränken und den Verzehrzeitpunkt entsprechend früh zu wählen, dass ich schlafen kann und die Menge entsprechend so, dass mein Bauch nicht motzt. Ein guter Kompromiss, so kann ich nach wie vor das braune Gold genießen, ohne mich der negativen Folgen aussetzen zu müssen.

Ich weiß nicht, ob Schokolade die Kreativität ankurbelt, die kognitiven Fähigkeiten scheinen positiv beeinflusst zu werden. Jedenfalls gibt es Studien, die auf eine gesundheitsfördernde Eigenschaft von Kakao hindeuten. Woher das kommt, weiß man nicht. Aus ebenfalls nicht ganz klaren Gründen macht Schokolade außerdem glücklich. Man dachte, das käme von den Botenstoffen in der Schoki, aber die können die Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden. Daran liegt es also nicht. Es gibt aber immer wieder Forschungen und sogar eine aktuelle Studie zur Krebsprävention durch Kakao.

Schokolade hat aber noch ein paar Nachteile. Sie macht sich nicht so gut auf der Tastatur. Oder dem Bildschirm. Mein Sofa mag auch keine Schokolade. Das hat es mit den Kissen, der Kuscheldecke und meiner Hose gemein. Alles in allem ist das aber kein Problem und hält mich nicht von weiterem Konsum ab.

Das wäre ja auch noch schöner! Schließlich ist ein Leben ohne Schokolade… na ihr wisst schon.

Klartext

Wie viel künstlerische Freiheit ist bei Texten denn so ok? Nun, das kommt vermutlich auf die Art des Textes an, und wer das Publikum ist. Ein Roman für die breite Öffentlichkeit hat da vielleicht andere Anforderungen, als ein dadaistisches Gedicht für einen Literaturclub. Ersteres braucht schon mehr Grammatiktreue und verständlichen Inhalt. Sprich, da sollte man als Autor Klartext reden. Meine Meinung.

Aber was meine ich denn mit Klartext reden in Bezug auf einen Roman? Gut lesbar und grammatikalisch möglichst korrekt, das ist leicht nachvollziehbar und eindeutig. Beim verständlichen Inhalt kommt da schon Interpretationsspielraum in die Sache.

Was genau ist denn leicht verständlich? Und wann wird es zu leicht? Man will ja auch nicht schreiben, als wäre die Leserschaft in der Grundschule. Mit der offensichtlichen Ausnahme des Schreibens von Kinderbüchern, versteht sich. Wenn man für ein erwachsenes Publikum schreibt, sollte man seine Leser aber weder für dumm verkaufen, noch völlig überfordern. Eine Fremdwörterschlacht ist also genauso wenig angebracht, wie Kleinkindsprache. Die goldene Mitte ist vermutlich wie so oft das beste Maß.

Da gibt es aber noch mehr Aspekte. Ich arbeite gerne mit Wortspielen. Leider sind die oft recht subtil und gehen an den Leuten vorbei. Das ist jetzt vielleicht nicht so wild, mir entgeht auch immer wieder mal was. Aber schade ist es schon. Und zu viele Wortspiele sind auf Dauer vielleicht auch ermüdend. Hier und da was einstreuen werde ich aber bestimmt auch weiterhin tun, auf die Gefahr hin, dass es nicht bemerkt wird.

Der wichtigste Aspekt ist aber die Unmissverständlichkeit. Und da muss man glaube ich sehr aufpassen. Mir geht es zurzeit oft so, dass ich mich schwertue, Situationen so zu beschreiben, dass wirklich eindeutig klar ist, was da wie passiert. Das muss ich definitiv noch üben und da mehr Klartext reden. Wenn ich selber nach ein paar Monaten lesen erst mal nachdenken muss, wie eine Passage jetzt eigentlich gemeint ist, ist das ein schlechtes Zeichen. Da muss ich noch nachschärfen. Auf der anderen Seite möchte ich auch nicht zu ausschweifend werden, nur um eine eventuell gar nicht so entscheidende Situation zu beschreiben. Ich will den Leser ja auch nicht langweilen. Klartext reden und sich dabei kurzfassen ist die Kunst. Schwafeln kann jeder.

Ich denke, das ist mal wieder – wie so oft – Übungssache.

Entwurf

Womit fängt man sein Buch an? Mit dem Entwurf. Das ist nicht zwingend so, könnte aber helfen.

Jetzt bin ich schon über die erste Phase hinaus und habe eine fünfstellige Anzahl an Wörtern geschrieben. Kann man das jetzt noch als Entwurf bezeichnen und ab wann ist es denn keiner mehr?

Und warum ist das wichtig, das zu wissen?

Also es ist vermutlich nicht wichtig das zu wissen, aber es kann möglicherweise helfen. Bei einem Entwurf sind Kreativität und Planung eng verknüpft. Außerdem ist ein Entwurf etwas Vorläufiges, das als Basis einer späteren Ausarbeitung dient. Man kann jetzt einwenden, dass bei einem Roman die Ausarbeitung des Plots ja der Entwurf ist.

Da ist was dran. Aber ich finde, der Plot alleine ist noch nicht genug. Für mich gehören da auch Hintergrund und Charakterskizzen dazu. Ebenso wie eine Struktur. Am besten mit Einleitung, Hauptteil und Schluss. Dann sollte noch der Höhepunkt festgelegt werden und die Schlüsselereignisse, die sich zwar im Plot wiederfinden sollten, aber dennoch nochmal ihre eigene Aufmerksamkeit bekommen sollten. Ich finde es auch hilfreich, die wichtigsten Teile der Geschichte auszuformulieren.

Und da hapert es jetzt bei mir. Die Struktur könnte ein bisschen Ausarbeitung gebrauchen, ebenso die Schlüsselereignisse. Und bisher habe ich meinen Roman sehr linear geschrieben, also die Handlungsstränge von vorne nach hinten.

Aber ich glaube, damit habe ich jetzt einen halben Entwurf und einen viertel ausformulierten Roman. Und vielleicht würde ich mich leichter tun, erstmal meinen Entwurf besser auszugestalten. Ein klassisches Top-Down Prinzip. Erst einmal alle Teile, die man braucht, beschreiben, in Beziehung setzen und soweit skizzieren, dass klar ist, was da am Ende stehen soll. Und ehrlich gesagt, so klar ist das bei mir nämlich nicht.

Daher denke ich, dass ich erst nochmal meinen Entwurf sauber ausarbeiten sollte. Die Grenzen, wo es über den Entwurf hinaus geht, sind dann sicherlich fließend, wenn einzelne Teile schon ins Detail gehen. Das macht nichts, den springende Punkt ist, dass die ganze Geschichte entworfen ist, nicht nur die ersten Kapitel. Von vorne bis hinten.

Hochstapler-Syndrom

Ich leider zurzeit ganz massiv am Hochstapler-Syndrom. Nur, dass es bei mir gar kein Syndrom ist, sondern ich tatsächlich ein Hochstapler… äh. Moment. Himmel, das ist echt schwer, sich davon zu lösen.

Was ist das überhaupt? Man redet sich ein, dass man eigentlich gar nix weiß und nix kann und alles was man trotzdem an Leistungen hervorbringt, Glück oder Zufall sind. Oder einen andere Leute völlig überschätzen, aufgrund Missverständnissen oder nicht nachvollziehbaren Fehleinschätzungen.

Ein bisschen Hochstapler-Syndrom ist vielleicht auch ganz gesund, es bringt einen dazu, dass man sich halt ein bisschen mehr anstrengt, um gefühlt vom Hochstapler dann doch zu einem qualifizierten Leistungsträger zu werden. Aber wenn es zu viel wird, ist es eben nicht mehr gesund. Und es spielt dem Perfektionismus in die Karten. Oder umgekehrt, der Perfektionismus spielt dem Hochstapler-Syndrom in die Karten.

Ich weiß nicht, warum ich da grade so massiv dran zu knabbern habe, aber ich bin der mehr oder minder festen Überzeugung, dass mich alle Welt massiv überschätzt und ich viel weniger weiß, als ich eigentlich müsste, und als jeder denkt, dass ich weiß. Und das nur, weil ich nicht alles weiß. Aber objektiv betrachtet: Ich kann ja gar nicht alles wissen. Und das erwartet auch keiner von mir. Außer ich selber, offenbar, ich Depp. Und dann schimpfe ich mich auch noch… Herrje.

Tief durchatmen.

So. Jetzt nochmal kühl betrachtet. Ich mache derzeit keine wirklich guten Fortschritte, was mein Buch betrifft. Heißt das, dass ich keine Autorin mehr bin? Dass ich grundsätzlich zu blöde bin, ein Buch zu schreiben? Dass ich hier betrügerischer Weise einen Blog darüber betreibe, wie ich ein Buch schreibe, obwohl ich immer noch nicht fertig bin?

Nein. Manche Autoren haben Jahre gebraucht, bis sie ihren ersten Roman fertiggestellt haben. Danach hat keiner daran gezweifelt, dass sie Autoren sind.

Also, alles ist gut. Ich bin nicht perfekt. Ich bin keine Überfliegerin, keine Hochleistungsschreiberin, aber das muss ich auch gar nicht sein um trotzdem immer noch Autorin sein zu können.

Ganz ohne Hochstapelei.

Badewanne

Es muss nicht immer die Dusche sein, manchmal ist auch die Badewanne ganz schön. Früher fand ich Badewanne immer super langweilig. Dann habe ich mir ein Badewannentablet zugelegt und Bücher, Handy, Tablet oder Getränke mitgenommen und schon war es deutlich kurzweiliger.

Das birgt natürlich eine gewisse Gefahr, dass mir Dinge auf Tauchtour gehen. Das Risiko gehe ich aber trotzdem meistens ein. Allerdings muss ich zugeben, dass ich mich noch nicht getraut habe, mein Laptop mitzunehmen und zu schreiben. Vielleicht könnte ich da aber auf das gute alte Papier mit Stift zurückgreifen. Wäre mal einen Versuch wert.

Jedoch macht das dann doppelte Arbeit und ich bin ja faul. Das Badewannengekritzel muss ich später erst wieder abtippen. Hmm.

Eventuell bleibe ich in der Badewanne doch weiterhin beim Lesen. Ist ja auch eine sinnvolle Tätigkeit, die einen weiter bringt und dazu noch Spaß macht. Oder fast noch besser: Hörbuch hören. Mit einem Bluetooth Headset kann man dann das eigentliche Abspielgerät in trockene Sicherheit bringen.

Oder eben doch einfach mal Tagträumen. Auch eine feine Sache und in der Badewanne ist es ähnlich wie in der Dusche, man hat ja eigentlich nichts zu tun, keine Ablenkung und schöne Entspannung durch das warme Wasser. Hervorragende Voraussetzungen, um den Gedanken feien Lauf zu lassen. Und kreativ zu werden. Ach Moment, dann möchte man es am Ende doch wieder aufschreiben.

Aber ich erschaffe ja eh ständig Dinge, die nicht lange halten. Wie zum Beispiel in meinen Träumen. Inzwischen ärgere ich mich auch nicht mehr darüber, dass ich all die schönen Ideen nicht umsetzen kann. Sie finden dann ja vielleicht einfach wen anderes.

So oder so, heute gönne ich mir mal wieder ein schönes heißes Bad. Der Geist braucht es vielleicht nicht zwingend, aber mein Sofakörper freut sich darüber. Unter anderem, weil er sich vorher auch noch sportlich betätigt hat und die Muskeln jetzt ein bisschen jammern. Sollen sie, das warme Wasser haben sie sich heute auf jeden Fall verdient.