Reifenpanne

Manchmal, wenn man denkt, schlimmer kann es nicht mehr kommen, passiert eine Reifenpanne. Wobei die verhältnismäßig harmlos ist. Jedenfalls, die Reifenpanne, die mir heute passiert ist, macht das Kraut nicht mehr fett, wie es so schön heißt.

Die Woche war bisher ganz schön fordernd und nervlich anstrengend. Als dann mein Reifen *poof* gemacht hat, habe ich mich vergleichsweise wenig aufgeregt. Es ist eben alles relativ. Vorher habe ich mich über andere Dinge aufgeregt, die mir die Woche so gründlich versaut haben, dass eine Reifenpanne mich kaum noch aus der Ruhe bringt.

Aber es bringt mich ein wenig zum Nachdenken. Mal wieder. Aber diesmal denke ich wirklich hinterher. Oder anders gesagt, ich reflektiere ein wenig über die Woche und die Tatsache, dass es höchst individuell ist und von der Situation abhängt, wie man die Gegebenheiten um sich herum bewertet. Hätte ich eine ganz tolle Woche gehabt, würde ich mich jetzt bestimmt ganz fürchterlich über den kaputten Reifen ärgern. Stattdessen lässt der mich grade total kalt. Schließlich gibt es schlimmeres.

Wenn es nun aber vornehmlich an der persönlichen Bewertung liegt, ob irgendetwas schlimm ist oder nicht, wieso findet man Dinge dann überhaupt schlimm? Man könnte sich ja genauso gut dazu entschließen es nicht schlimm zu finden. Eine Reifenpanne ist eine Reifenpanne, egal, was vorher oder nachher passiert. Wenn sie mich heute nicht juckt, warum sollte sie es überhaupt jemals irgendwann tun?

Bei so Ereignissen wie Reifenpannen ist das noch recht einfach. Und ich habe mich spontan dazu entschlossen, tatsächlich Reifenpannen und ähnliche Kleinigkeiten in Zukunft nicht mehr als Räuber meiner guten Laune anzusehen. Sprich, wenn ich 1. eh nichts dran ändern kann in der Situation, 2. kein leiblicher Schaden entstanden ist und 3. sich die Sache wieder reparieren lässt, gibt es wirklich gar keinen Grund, sich aufzuregen.

Bleiben noch die Sachen, die in mindestens einem der drei Punkte nicht zutreffen. Prinzipiell wäre es vermutlich gut, sich auch dann nicht aufzuregen, denn das verbessert die Situation im Normalfall nicht. Also egal, ob ich schimpfe wie ein Rohrspatz, schreie, weine, oder gar nichts tue, die Situation an sich bleibt gleich. Hm. Da lohnt sich der ganze emotionale Aufwand ja gar nicht.

Stimmt. Aber ich bin nur ein Mensch und manchmal auch ein emotionaler. Hin und wieder rege ich mich einfach auf. Es ändert die Situation nicht, aber Dampf ablassen ist gut für mein Seelenheil. Allerdings, wenn ich das ausreichend getan habe, kann ich dazu übergehen, es nicht mehr so schlimm zu finden. So der Plan.

Wieder was, was ich sicher üben kann. Sich aufregen ist ok, aber danach sollte ich wieder zur Gelassenheit finden können.

In diesem Sinne: Ommmmmm….

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