Nachdenken

Vor dem Schreiben kommt das Nachdenken. Hmm, das klingt irgendwie falsch rum. Müsste vor dem Schreiben nicht eher das Vordenken kommen? Darüber muss ich mal Nachdenken…

Beim Nachdenken kommt mir der Gedanke, dass es reichlich Vorsilben zum Verb Denken gibt. Um nur einige zu nennen: nachdenken, vordenken, mitdenken, durchdenken, überdenken, wegdenken, querdenken, reindenken, gedenken, bedenken, ausdenken, verdenken, andenken, erdenken und umdenken. Wer noch mehr findet, darf gerne ergänzen.

Aber warum gibt es kein unterdenken, rausdenken, aufdenken oder abdenken? Um mal nur ein paar der geschmähten Vorsilben zu verproben.

Manchmal zermartere ich mir ganz schön das Hirn bevor ich was schreibe. Dann wieder fließen die Zeilen von ganz alleine. In jedem Fall ist ein Denkprozess beteiligt. Es wäre natürlich schön, wenn es immer so locker leicht dahin fließt. Und ich nicht erst so intensiv nachdenken müsste.

Das würde eine Menge Zeit sparen.

Andererseits macht Nachdenken manchmal auch einfach Spaß. Es kommt ganz darauf an, worüber man nachdenkt.

Aber nochmal zurück zum Schreiben und der Zeit. Wenn ich über etwas lange nachdenken muss, bevor ich es tatsächlich aufschreibe, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ich gar nicht erst damit anfange, wenn ich weiß, dass ich nur wenig Zeit habe. Das kann mich tatsächlich gleich ganz vom Schreiben abhalten.

Ich habe aber eine Taktik, die mir da hilft. Ich schreibe trotzdem die ersten kruden Gedanken auf. Und lasse sie reifen. Nach einer gewissen Zeit nehme ich mir das Geschriebene noch einmal vor und bearbeite es weiter. Und siehe da, manchmal reicht das schon, dass es dann wieder fließt. Ganz ohne groß darüber nachdenken zu müssen. Wobei in diesem Fall das Wort wesentlich besser passen würde.

Also, wie nenne ich das denn nun, wenn ich denke, bevor ich etwas tue? Das Wort vordenken wäre naheliegend, ist aber schon belegt.

Wie wäre es mit eindenken? Ich muss mich erstmal in das Thema eindenken. Manchmal erfordert das ein wenig tiefdenken, zumeist aber auch breitdenken. Oft genug ist es ein drunter- und drüberdenken. Hier und da brauche ich auch erstmal ein bisschen zudenken, bis ich schließlich zum fertigdenken komme und es aufschreiben kann.

Kompliziert. Ich bin mir nicht sicher, ob ein einziges Wort wie Nachdenken diesen komplexen Vorgang überhaupt ausreichend beschreiben kann.

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