Ehrgeiz

Ich nehme mir gerne mal Dinge vor, stecke mir Ziele und erreiche sie dann nicht. Weil ich mir nicht genug Zeit genommen habe, es nicht ordentlich organisiert habe, es Schwierigkeiten gab oder sonstwas war. Einiges davon sind sicherlich Ausreden. Aber es geht bestimmt nicht nur mir so, dass man sich Großes vornimmt, und dann nicht genug Arbeit reinsteckt, um es auch wirklich umzusetzen. Aus welchen Gründen auch immer. Und dann können zwei Dinge passieren: entweder ich gebe die Sache auf, oder ich entwickle Ehrgeiz, um es irgendwie doch noch durchzuziehen. Ich hatte im Studium die ein oder andere Phase, wo ich kurz vorm Aufgeben war.

Kaum zu glauben, aber ich habe ein Diplom.

Wann gewinnt der Ehrgeiz und wann die Faulheit? Gute Frage. Und die Frage ist auch, was einen der Ehrgeiz kostet. Es gibt ja auch sowas wie falschen Ehrgeiz. Oder man stresst sich total rein, um etwas zu erreichen und wenn man es geschafft hat, stellt man fest, dass es den Aufwand gar nicht wert gewesen wäre.

Ein guter Grund für mich, Ehrgeiz zu entwickeln ist immer dann gegeben, wenn ich mir was beweisen will. Vielleicht will ich auch anderen was beweisen, aber mein eigener Stolz ist, das muss ich zugeben, manchmal ein guter Treiber. Auch wenn es sonst keinen interessiert, mir bricht ein Zacken aus der Krone, wenn ich es nicht schaffe.

Ist das nun gut oder schlecht? Ich glaube, so pauschal kann man das nicht beantworten. Das weiß man erst, wenn man es durchgezogen hat und danach bewertet. Ich habe schon darüber geschrieben, dass mir mein Buchprojekt die Sache wert ist. Dennoch ist es zurzeit nicht so einfach, mich damit zu beschäftigen. Stetige, kleine Schritte zu machen ist OK, aber mein Ehrgeiz möchte größere Fortschritte. Mein Schweinehund schiebt mögliche Überlastung vor. Aber es ist vielleicht nicht wirklich der Schweinehund. Wenn ich die Zeit eher in Yoga, Rückentraining und andere Dinge investiere, weil sie mir aktuell wichtiger vorkommen, dann hat das sicher einen guten Grund.

Ich will oftmals ganz viel und das dann auch alles auf einmal.

Aber das kann ich nun mal nicht leisten. Ich muss Prioritäten setzen. Und natürlich muss ich auch noch Spaß haben können. Das ist ganz wichtig, und der Ehrgeiz lässt einen das manchmal vergessen. Das Bloggen macht mir momentan viel Spaß. Ich möchte mir auch weiterhin die Zeit dafür nehmen. Aber vielleicht würde es meinem Buchfortschritt besser dienen, wenn ich die Zeit stattdessen in das Schreiben an meinem Roman investieren würde.

Ich könnte genauso gut andere Tätigkeiten streichen und stattdessen mehr schreiben. Ich muss meine Balance wohl erst noch finden.

Traumhaft

Manchmal träume ich surreale Sachen. Und manchmal sind meine Träume knallbunt, total plastisch und ich weiß dabei sogar noch, dass ich gerade träume. Und das finde ich absolut traumhaft. Es kommt aber leider nicht immer vor. Wenn man Träume als kreative Quelle nutzen will, was ich sehr empfehle, sollte man natürlich auch möglichst zuverlässig träumen können.

Aber kann man das überhaupt beeinflussen? Die Frage ist natürlich rhetorisch, denn wenn man es nicht könnte, wäre das ein sehr kurzer und vermutlich langweiliger und demotivierender Artikel. Und sowas schreibe ich nicht so gern.

Gut, was langweilig ist, entscheiden die Leser und das auch noch individuell. Da kann ich zwar was beitragen, aber ultimativ steuern kann ich das nicht. Ich schweife ab….

Damit ich wieder zum Thema komme und es nicht doch noch langweilig wird, schreibe ich jetzt mal was zum Träumen. Generell hat jeder Mensch die Fähigkeit zu träumen und tut das auch, egal ob er sich daran erinnert oder nicht. Lediglich wenn man zu Schlaftabletten greift, was man sowieso nicht tun sollte, träumt man nicht. Träumen ist aber extrem wichtig für das Gehirn. Und es macht ja auch Spaß.

Die Traumaktivität ist nicht gleichmäßig über den Schlaf verteilt. Man träumt gegen Morgen wesentlich mehr und intensiver als direkt nach dem Einschlafen. Und hier kommt schon die erste wichtige Regel: Wer viel und bunt träumen will, sollte sich genug Zeit lassen mit dem Schlaf. Wenn man sich nur fünf Stunden gönnt, ist das viel zu wenig und man träumt kaum. Geschweige denn bunt und intensiv. Schläft man sieben bis acht Stunden hat man gute Chancen einen schönen Traum zu erleben.

Der zweite Tipp schließt sich da an: kein Wecker. Ausschlafen heißt die Devise. Kurz bevor man natürlicherweise aufwacht, hat man die stärksten Träume. Das ist meine Kreativ-Hochphase, was ich da an fantastischen Geschichten ausbrüte, ist oft schon eine tolle Buchidee. Aus der ich dann nichts mache, weil ich nun mal leider nicht ständig ein neues Projekt anfangen kann.

Die Königsdisziplin ist luzides Träumen. Dabei ist der Träumer sich bewusst, dass er gerade träumt. Und er kann den Traum auch steuern. Das macht dann gleich noch mehr Spaß. Allerdings gelingt mir das nur selten. Dabei kann man das wirklich üben. Wenn man Idealbedingungen zum Träumen hergestellt hat und sich dann noch vor dem Schlafengehen fest vorgenommen hat, luzide Träume zu haben, wird es einem zunehmend leichter fallen, auch tatsächlich welche zu haben. Man kann seine Traumfähigkeit auch dadurch trainieren, dass man sich nach dem Aufwachen direkt versucht, an so viel Geträumtes wie möglich zu erinnern. Man wird nach einer Weile feststellen, dass man sich immer leichter und an immer mehr erinnert und dass man viel intensiver träumt. Je intensiver man träumt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass man luzid träumt.

Und das ist einfach nur traumhaft!

Im Tran

Heute hätte ich fast meinen Blogartikel vergessen. Das wäre kein Drama gewesen, aber wieso ich jetzt doch noch schreibe, finde ich bemerkenswert. Also ein bisschen. Für mich ist es eventuell bemerkenswert. Heute war ich nämlich irgendwie im Tran. Vielleicht kennt ihr das. Man kommt nicht aus dem Quark, alles ist irgendwie zäh, aber es macht ja auch nichts, schließlich ist Sonntag.

Allerdings hatte ich mir schon irgendwie ein paar Dinge für heute vorgenommen und die dann nicht gemacht. Auch kein Drama. Gibt halt so Tage, da passiert nicht viel. Da ist man halt im Tran. Immerhin war ich heute im Wald auf dem Trimm-Dich-Pfad. Also nicht ganz so super faul, wie es hätte werden können. Und so ein paar andere Dinge der täglichen Routinen habe ich auch gemacht.

Aber was ist denn nun mit dem Blogartikel? Warum hätte ich ihn fast vergessen, aber dann doch nicht?

Man muss dazu sagen, dass ich für all die Dinge, die ich gerne täglich machen möchte und mir als Gewohnheiten antrainieren möchte eine Todo-Liste führe. Natürlich steht da auch der Blogartikel drauf. Aber eben auch jede Menge anderes Zeugs, viele Kleinigkeiten, die ich eben gerne mal vergesse, wenn sie noch nicht zur Routine geworden sind. Die Liste verändert sich auch im Laufe der Zeit, wenn irgendwas zur Routine geworden ist, fällt es raus und dann ist Platz für neues. Oder manche Dinge gebe ich auch einfach so auf, weil ich feststelle, dass es mir auf Dauer einfach nicht taugt.

Diese Erinnerungshilfe ist für mich ein wichtiges Werkzeug, um neue Gewohnheiten aufzubauen. Wenn ich das nicht tue, passiert nämlich meistens folgendes: Die neue Gewohnheit, die noch keine ist, mache ich am Anfang wirklich täglich. Für bestimmt zwei oder auch drei Wochen. Dann kommt eine Phase, wo es mir sehr leicht passieren kann, dass ich es mal vergesse. Vielleicht weil ich einen Tag krank bin, oder Besuch bekomme, oder ein spannendes Buch lese und plötzlich der Tag rum ist. Und dann gehe ich ins Bett und habe das, was auch immer ich mir angewöhnen will, nicht gemacht. Und merke es erst am nächsten Tag. Manchmal erst Tage später! Manchmal auch erst nach Wochen. Wenn ich es dann merke, ist mir normalerweise nicht klar, wie ich das vorher wochenlang jeden Tag machen konnte und dann einfach komplett vergesse.

Aber so ist es. Deswegen führe ich eine tägliche Liste, die mich an alles erinnert.

Heute hab ich die Liste auch nicht wirklich angeschaut. Und vermutlich wäre ich ohne einen weiteren Blick auf die Liste ins Bett gegangen. Eine Menge Kleinigkeiten fallen dabei unter den Tisch. Ist kein Problem, morgen werde ich ja wieder dran erinnert. Das hätte dann vermutlich auch meinen Blogartikel erwischt.

Aber da war so ein komisches Gefühl. Irgendwas fehlt. Das fühlt sich nicht gut an. So wie ungeputzte Zähne. Ich kann alles mögliche ausfallen lassen, aber Zähneputzen muss sein. Und offenbar auch Blogartikel schreiben.

Jetzt fühle ich mich wieder komplett.

Möglicherweise wird das gerade zu einer Routine, die ich bald von meiner Liste streichen kann.

Spätschicht

Eine Zeit lang habe ich immer morgens meinen Blog Post geschrieben. Jetzt mache ich lieber eine Spätschicht und schreibe abends. Das liegt nicht daran, dass ich morgens nicht mehr früh aufstehe. Das tue ich nach wie vor. Aber ich habe festgestellt, dass ich zu viele Dinge in meinen Morgen presse und dann unter Druck einen Artikel schreiben muss.

Und ich will nicht müssen, ich will wollen. Klingt seltsam, ist aber so.

Einerseits bin ich abends eher müde und werde leichter ein Opfer von Dunkeldösigkeit und Sofakuschelei. Nicht die optimale Voraussetzung für eine Spätschicht. Andererseits schaffe ich es dann doch immer noch, meine Sofaposition so weit in die Aufrechte zu verlagern, dass ich eine Laptoparbeitshaltung einnehmen kann. Und kaum bin ich da, schon tippe ich Text. Und es fühlt sich wesentlich eher nach wollen an, statt nach müssen.

Schließlich will ich das tun aber ich will mich nicht unter Druck gesetzt fühlen. Insofern habe ich meinen Morgen nicht nur was das Bloggen betrifft ein bisschen ausgemistet, sondern auch ein paar andere Tätigkeiten nach hinten geschoben. Auf die Gefahr hin, dass ich sie dann gar nicht mache. Warum das so ist, kann man im bereits verlinkten Morgenmuffel Artikel nachlesen. Ich sollte also auch nicht allzu viel in den Abend legen, aber ein überschaubares Programm bringe ich ganz gut unter.

Im Großen und Ganzen ist mir hier einfach die Balance wichtig. Es muss sich gut anfühlen. Wenn ich mich morgens schon stresse, um möglichst viel in die Zeit vor Arbeitsbeginn reinzustopfen habe ich auch nicht viel davon. Dann bin ich schon gestresst in der Arbeit und dann natürlich auch gestresst am Abend. So schaffe ich dann erst recht nichts mehr. Lasse ich es morgens ein bisschen ruhiger angehen, läuft der ganze Tag schon nicht so hektisch und ich kriege auch abends noch Lust, was zu schreiben.

Möglicherweise ändere ich meine Routine aber irgendwann auch wieder und schreibe dann doch wieder am Morgen. Wer weiß.

Es tut mir aber einfach gut, da nicht zu streng und dogmatisch mit mir selber zu sein und einfach zu schauen, wie es mir momentan am besten gefällt. Ich mache immer noch gerne die meisten Dinge am morgen und das wird sich vermutlich auch nicht ändern. Aber ich habe jetzt eben auch nichts mehr gegen eine kleine Spätschicht.

Kein Zurück

Manchmal steht man vor Entscheidungen, vor denen man sich scheut, weil man denkt, dass es dann kein zurück mehr gibt.

Die Realität sieht für die meisten Menschen aber oft so aus, dass es eben doch ein zurück gibt. Wir neigen zur Überbewertung und Überdramatisierung. Und am Ende ist es alles nur halb so wild, und wenn man will, findet man einen Weg zurück.

Tatsächlich sind es eher unvorhergesehene Ereignisse, die das Leben so verändern, dass es kein zurück mehr gibt. Ein schwerer Unfall oder Schicksalsschlag. Ich hab eine Weile darüber nachgedacht, ob es auch positive Ereignisse gibt, bei denen es kein zurück mehr gibt. Aber mir fällt nichts ein. Nichts, wo es wirklich unter gar keinen Umständen möglich ist, wieder in das alte Leben zurückzukehren. Schon komisch. Vielleicht muss ich da noch eine Weile drüber nachdenken.

Im echten Leben kommt sowas also wirklich eher selten vor. Und wenn es vorkommt, ist das meistens auch Stoff für eine packende Geschichte. Ja, jetzt kommen wir langsam an den Kern der Sache und warum ich mir da Gedanken mache.

Packende Geschichten sind ja durchaus gutes Material für einen Roman. Und da haben wir uns ja schon damit beschäftigt, dass man einen guten Plot braucht und Charaktere und so weiter. Dabei gibt es einen wichtigen Punkt zu beachten: wenn wir unseren Hauptprotagonisten auf eine schwierige Reise schicken, so richtig eine zum mitfiebern, muss das zwingend was sein, wo der nicht einfach mittendrin heim gehen kann. Denn sonst ist es total unrealistisch, dass er die Beschwerlichkeiten auf sich nimmt. Und womöglich sein Leben aufs Spiel setzt, et cetera. Er muss einen wirklich, wirklich guten Grund haben, weiterzumachen. Einen Grund, warum er nicht einfach so zurückkann. Völlig ohne Überdramatisierung.

Stellt euch mal vor, der Protagonist steht vorm Abgrund, es gibt nur eine morsche Hängebrücke auf die andere Seite, wo schon jede Menge Löcher drin sind. Der Wind weht kalt und scharf und rüttelt an der Brücke, die dabei erbärmlich quietscht und jammert. Der Abgrund ist so tief und voller Nebel, dass man den Grund nicht sieht. Unser Held wirft einen Stein hinunter und lauscht. Es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis tief unten, kaum noch zu hören, der Stein hallend den Boden trifft. So, warum sollte jetzt irgendjemand bei klarem Verstand über diese Brücke gehen? Hinter sich hat der Protagonist einen angenehmen Wanderweg, vor sich den fast sicheren Tod. Hm.

Bringen wir nun den Balrog in die Szene, welcher flammend und wütend den Wanderweg hinauf walzt. Da sieht die Sache doch schon anders aus. Das Vieh ist ziemlich groß, schwer und brennt wie verrückt. Die Wahrscheinlichkeit, dass es über die Brücke kommt und nicht mitsamt dem wackligen Ding in die Tiefe stürzt ist ziemlich gering. Jetzt erscheint der Weg auf die andere Seite für unseren Protagonisten die einzige, wenn auch sehr geringe und unwahrscheinliche Möglichkeit, zu überleben. Er nimmt all seinen Mut zusammen, holt tief Luft, und betritt die wackligen Bretter. Die Brücke knarzt und ächzt, aber hält. Der Balrog kommt näher, der Protagonist spürt die Wärme im Nacken – es gibt kein zurück mehr!

Es muss nicht immer ein Balrog sein, aber ihr wisst, was ich meine. Vermutlich gibt es nur wenig, was einen als Leser mehr nervt, als wenn Helden völlig ohne Not ihr Leben aufs Spiel setzen. Zumindest ich möchte sowas nicht lesen.

Und auch nicht schreiben.

Speedreading

Wer Schreiben will, muss viel lesen. Warum, habe ich schonmal näher ausgeführt. Wie man das im stressigen Alltag schaffen will, habe ich aber nicht beantwortet. Nun ja, ich komme da selber nicht so viel dazu wie ich möchte. Aber ich habe mir vorgenommen, deutlich mehr zu lesen. Und damit ich das auch mit knapp bemessener Zeit hinkriege, und dabei noch möglichst viel mitnehme von dem, was ich lese, beschäftige ich mich mit dem Thema Speedreading.

Da mag es zunächst das Missverständnis geben, dass man beim schnell lesen wesentlich weniger mitbekommt, von dem, was man liest, als wenn man sich dafür Zeit nimmt. Obacht, Speedreading hat nichts mit Überfliegen zu tun. Das sind zwei ganz unterschiedliche Techniken. Während ich beim Überfliegen tatsächlich nur sehr wenig vom Text mitnehme (weswegen ich das auch nicht gern mache, es bringt halt wirklich nicht so viel), ist das Ziel beim Speedreading sogar mehr vom Text zu erfassen, als beim normalen Lesen.

Wie das Gehen soll? Gute Frage. Ich bin noch nicht so weit, dass ich Speedreading wirklich schon voll einsetze. Aber ich lerne es gerade. Dazu habe ich mir eine Übungsapp aufs Handy geladen und mache immer wieder mal ein paar Übungen. Aber so richtig viele Fortschritte mache ich damit nicht, weswegen ich mich nochmal ein bisschen ausführlicher mit dem Thema befassen und vielleicht ein paar Bücher dazu lesen und den ein oder anderen Online Kurs machen will. Falls wer Empfehlungen hat, nur her damit.

Was ich aber bemerkt habe, ist, dass ich meine Lesegeschwindigkeit tatsächlich schon etwas erhöhen konnte. Jetzt muss man dazu sagen, dass mein Lesetempo vorher schon relativ hoch war. Solche Tipps, dass man beim Lesen nicht zurückspringen sollte, waren für mich nicht hilfreich, sowas mache ich sowieso nicht. Nichtsdestotrotz, da geht noch was, auch bei mir. Meine Hörbücher höre ich auch meist schon auf 1,7-facher Geschwindigkeit, und da ginge sicher auch noch mehr.

Aber geht es mir nur ums Zeitsparen? Nein, es geht auch um Effizienz. Im Sinne von besser lesen, mehr verstehen. Sich mühsam durch ein Buch durchgearbeitet zu haben und am Ende festzustellen, dass man alles schon wieder vergessen hat ist frustrierend. Es ist zwar nicht ganz so schlimm bei mir, aber die Details gehen mir doch recht schnell verloren. Ein Stück weit ist das wohl auch normal, aber es muss eben nicht sein. Mit ein bisschen Technik kann man einfach deutlich mehr aus einem Buch rausholen und sich auch besser daran erinnern. Ein Tipp, den ich schon befolge und den ich auch jedem nur raten kann: Ein Buch zweimal lesen, und zwar am besten direkt hintereinander. Da behält man dann einfach so viel mehr. Und wenn man das dann noch mit Speedreading verbindet, ist es optimal.

So, dann lese ich jetzt mal schnell was über Schnelllesen.

Der Weg ist das Ziel

Das hört man ja oft, heutzutage: Der Weg ist das Ziel. Schön und gut, ich bin definitiv ein großer Fan des Prozesses, aber was ist mit dem Ziel`? Ist nicht auch einfach das Ziel das Ziel?

Irgendwie schon. Ich finde, man sollte das Ziel nicht aus den Augen verlieren. Das Warum hinter all seinem Tun. Beides ist wichtig, der Weg und das Ziel.

Und was heißt das überhaupt, dass der Weg das Ziel ist. Ich habe manchmal das Gefühl, das wird als Ausrede benutzt, wenn man sein Ziel eben nicht so stringent verfolgt. Meilensteine nicht erreicht? Deadlines gerissen? Egal, nicht so wichtig. Der Weg ist das Ziel.

Moment. So war das nicht gedacht. Wenn man die Sache richtig ernst nimmt, kann man sich nicht so einfach rausreden. Finde ich zumindest. Natürlich bleibt es jedem selbst überlassen, seinen Fortschritt in so großen oder kleinen Schritten zu machen, wie er möchte. Hauptsache, man macht Fortschritte. Insbesondere, wenn man etwas professionell betreiben möchte.

Denn wenn man gar nicht vorwärtskommt, ist da auch kein Weg, der das Ziel sein könnte. Da muss man schon ehrlich zu sich selber sein. Die Stagnation ist sicher nicht das Ziel.

Die Weiterentwicklung hingegen ist sehr wohl ein gutes Ziel. Dieses Ziel verfolge auch ich. Dennoch tappe ich gerne selber in die Falle, dass ich mangelnden Fortschritt als nicht so schlimm ansehe, schließlich geht es ja nicht nur um das Endprodukt.

Für manche Dinge kann ich einen ziemlich großen Ehrgeiz entwickeln. Manchmal geht mir dieser Ehrgeiz aber auch mittendrin verloren. Und dann hilft es mir nicht, wenn ich mich auf den Weg konzentriere. Damit kultiviere ich bloß einen Durchhänger.

Dennoch ist die Reise eine schöne, die genossen werden will. Der Prozess, insbesondere, wenn es ein längerer ist, soll schon auch Spaß machen. Sonst ist es nur eine Quälerei. Ich bleibe also dabei, beides ist wichtig.

Der Weg und das Ziel sind das Ziel.

Klassiker

Während ich klassische Musik höre und mich damit in die richtige Schreibstimmung bringe, denke ich über Klassiker nach. Ein Klassiker ist zeitlos in seiner Relevanz, von allgemein anerkannt hoher Qualität und hat meist ein einzigartiges Alleinstellungsmerkmal.

Sollte man anstreben einen Klassiker zu schreiben?

Nein. Auf keinen Fall.

Ich behaupte nämlich, das geht gar nicht. Man kann keinen Klassiker schreiben. Man kann ein gutes Buch schreiben. Ob es zum Klassiker wird entscheiden Kräfte, auf die man keinen Einfluss hat. Alle Bücher, die man heutzutage als Klassiker kennt, entsprechen den genannten Merkmalen. Das macht sie aber nicht zu Klassikern, denn es gibt viele tausend andere gute Bücher, auf die das möglicherweise auch zutrifft. Die aber nicht als Klassiker bekannt sind. Das liegt zum einen daran, dass sie vielleicht generell nicht sehr bekannt sind. Vermutlich ist das das entscheidendste Kriterium um zum Klassiker zu werden: weltweite Bekanntheit. Und die lässt sich nur sehr schwer steuern, oder gar vorher planen.

Ein zweiter Punkt, der mir dabei noch in den Sinn kommt, ist die Sache mit der Einzigartigkeit. Heutzutage wird es immer schwieriger, etwas zu schreiben, was so ähnlich nicht schon jemand anderes geschrieben hat. Im Prinzip ist das auch gar nicht schlimm, dass man kein Alleinstellungsmerkmal hat. Solange man sein Publikum damit unterhält, und seine eigene Note einbringt, spricht nichts gegen bewährte Konzepte. Aber da sind wir auch wieder bei den Ideen, die sich Köpfe aussuchen. Sie suchen vielleicht nicht nur einen Kopf aus, sondern mehrere gleichzeitig. Der Erste, der es passend zu Papier bringt, erntet die Lorbeeren. Auch da ist an sich nichts Verwerfliches dran, schließlich hat er die Aufmerksamkeit auf ein bestimmtes Thema gelenkt und wer weiß, ob die anderen das auch hinbekommen hätten.

Ich glaube, manchmal muss eine Idee erst einmal ausgesprochen werden, bevor sie von anderen Menschen wieder aufgebracht werden kann. Einer muss sozusagen der Erste sein, der das Eis bricht.

Ebenso wenig ist es aber schlimm, der Zweite zu sein. Man bekommt vielleicht nicht ganz so viel Ruhm, aber die Idee nochmal aus einem eigenen Blickwinkel zu beleuchten kann der Sache nur dienlich sein.

Was ich verwerflich finde, ist gute Ideen in der Schublade verrotten zu lassen. Damit eine möglicherweise nicht ganz so gute Idee immer noch Profit abwirft.

Aber ich schweife vom Thema ab. Zurück zu den Klassikern.

Man kann keinen Klassiker schreiben, Klassiker entstehen lange, nachdem der Autor den Stift weggelegt hat. Manchmal sogar lange, nachdem der Autor gestorben ist.

Ich kann aber versuchen ein qualitativ hochwertiges Buch zu schreiben. Das meinen Lesern etwas bringt und sei es nur ein paar Stunden Lesevergnügen.

Fehler

Manchmal habe ich das Gefühl, da ist ein Fehler in der Matrix. Irgendwas passt nicht so ganz, ein kleiner Störfaktor, der kaum auffällt. Aber irgendwie ist es eben doch aufgefallen.

Fehler sind ja auch normal. Die Welt ist nicht perfekt. Zum Glück, dann fühlt man sich nicht so daneben, wenn man selber auch nicht perfekt ist. Eigentlich, wobei man das Wort „eigentlich“ eigentlich nicht benutzen sollte, sind Fehler gar nicht so schlecht. Zumindest nicht immer. Nicht, wenn man nicht gerade Neo ist, der Beef mit Agenten der Matrix hat.

Die wenigsten von uns haben aber solche Probleme epischer Breite und Tiefe, und für uns Alltagshelden sind Fehler eine Chance, was zu lernen, sich weiterzuentwickeln. Das klingt doch schon mal ganz gut.

Trotzdem machen wir allesamt, mich eingeschlossen, nicht gerne Fehler. Das liegt zum einen daran, dass Fehler nicht das gewünschte Ergebnis bringen und zum anderen, dass wir meistens nicht gerade positives Feedback bekommen, wenn wir einen Fehler machen. Was eigentlich, wenn ich dieses Wort wider besseres Wissen weiter benutze, also eigentlich blöd ist.

Kleine Kinder lernen Laufen durch ständiges Hinfallen. Und da sagt auch keiner, „Ach hey, du bist ja blöd, jetzt hast du es schon wieder falsch gemacht!“ Im Gegenteil. Wir ermutigen unsere Kinder, wenn sie hinfallen und erzählen ihnen, dass das zum Lernen dazu gehört und dass sie dadurch Fortschritte machen. Ganz schön scheinheilig, wenn man bedenkt, dass man Erwachsenen was ganz anderes erzählt. Wobei das ja schon in der Schule anfängt. Da wird man fürs Fehler machen dann schon weitaus zurückhaltender gelobt. Und manchmal von den Mitschülern ausgelacht.

Dabei ist das vom Alter völlig unabhängig, wenn man etwas Neues lernt, macht man vermutlich Fehler. Und die Angst davor, Fehler zu machen, hemmt den Lernfortschritt.

Im Moment bin ich mit meinem Romangeschreibsel nicht zufrieden. Da sind eine Menge Sachen drin, die so noch nicht ins Endprodukt reinfließen sollten. Fehler, wenn man so will. Ich muss zugeben, dass mir das durchaus ein wenig Sorge bereitet hat. Es hat bestimmt auch zu meinem Durchhänger beigetragen.

Inzwischen übe ich mich in Gelassenheit, was die Qualität meines Schriftstücks betrifft. Ich kann es ja später noch überarbeiten. Und in gewisser Weise freue ich mich darauf. All die vielen Sachen die nicht gelungen sind, oder die ich rundheraus falsch gemacht habe nochmal gründlich bearbeiten – eine befriedigende Vorstellung.

Und aus meinen Fehlern lernen. Eine wirklich tolle Sache. Ich weiß aus Erfahrung bei vielen anderen Dingen, dass mir oft im ersten Wurf noch nicht das beste Endergebnis gelingt. Und dann mach ich es besser, und am Ende bin ich richtig stolz auf die Entwicklung, die ich dabei hingelegt habe.

Es ist ein Prozess, und der darf auch Spaß machen, wenn es mal nicht fehlerfrei läuft.

Und das Beste ist: Am Ende wird mein Buch immer noch Fehler haben. Aus denen kann ich dann fürs nächste Buch lernen.

Labertasche

Menschen, die mich schon ein wenig länger kennen, wissen, dass ich manchmal eine ziemliche Labertasche bin. Sprich, ich rede gerne und durchaus viel. Und ich gebe zu, ich könnte mich hier und da durchaus kürzer fassen.

Vielleicht laber ich nur deshalb so viel, weil mir die Gelegenheit fehlt, meinen Drang mich auszudrücken auszuleben. Womöglich werde ich gar wortkarg, wenn ich den ganzen Tag schreibe und mir dadurch die fehlende Gelegenheit schaffe.

Sehr unwahrscheinlich.

Aber durchaus möglich. Wäre vielleicht mal ein Experiment wert.

Wenn ich ein Schweige-Retreat mitmachen müsste, wäre Schreiben eventuell die einzige Möglichkeit für mich, das überhaupt zu überleben. Und nicht irgendwann zu platzen. Aber ehrlich gesagt, ich habe keine Ahnung, was mit mir passieren würde, wenn ich längere Zeit schweigen müsste. Abgesehen davon schweige ich sogar sehr viel. Ich wohne alleine, und am Wochenende kann es schonmal passieren, dass ich den ganzen Tag lang nichts sage. Oder vielleicht nur drei Worte mit der Nachbarin wechsle. Wobei das schwer von der Nachbarin abhängt. Ich habe sehr liebe Nachbarn, die sich aber durchaus auch auf einem Labertaschenspektrum bewegen, das mich in den Schatten stellt.

Schwer zu glauben, aber es gibt Menschen, die reden noch mehr als ich, wenn man ihnen die Gelegenheit gibt!

Ich finde das aber eine interessante Frage, auf die ich nochmal zurückkommen möchte. Wenn ich mein Mitteilungsbedürfnis in Form von Geschriebenem auslebe, rede ich dann weniger? Ich blogge ja nun schon seit einer Weile, aber mal ehrlich, dass bisschen Artikel, was ich täglich schreibe, reicht ja grade mal für ein paar Sekunden Unterhaltung. Wenn ich da spürbare Effekte sehen will, muss ich vermutlich ganze Bücher schreiben.

Ach halt! Das mache ich ja! Nur eben nicht grade ein ganzes Buch an einem Tag. Das schaffe ich einfach nicht. Ich bin ja schon froh, wenn ich meine 500 bis 1000 Worte schaffe. Das gleicht auch nicht gerade eine stundenlange Unterhaltung aus.

Aber vielleicht ist das auch ganz gut so, ich denke der Mensch braucht einen zwischenmenschlichen Dialog. Für Alleinlebende bedeutet das, dass sie ihre unbedarften Mitmenschen eben ab und zu in einer Wortflut ertränken. Zugegeben, nicht alle Singles sind so, schließlich ist nicht jeder Mensch gleich. Individualismus ist erlaubt.

Aber mir stellt sich da noch eine andere Frage: Labere ich auch so viel in meinem Roman? Womöglich muss ich erstmal 200.000 Wörter schreiben, damit ich genug Stoff habe um die unnötigen 100.000 Wörter Gelaber wieder rausstreichen zu können und trotzdem noch eine Geschichte zu haben. Wir werden sehen.

Für heute habe ich jedenfalls genug gelabert.