Der Weg ist das Ziel

Das hört man ja oft, heutzutage: Der Weg ist das Ziel. Schön und gut, ich bin definitiv ein großer Fan des Prozesses, aber was ist mit dem Ziel`? Ist nicht auch einfach das Ziel das Ziel?

Irgendwie schon. Ich finde, man sollte das Ziel nicht aus den Augen verlieren. Das Warum hinter all seinem Tun. Beides ist wichtig, der Weg und das Ziel.

Und was heißt das überhaupt, dass der Weg das Ziel ist. Ich habe manchmal das Gefühl, das wird als Ausrede benutzt, wenn man sein Ziel eben nicht so stringent verfolgt. Meilensteine nicht erreicht? Deadlines gerissen? Egal, nicht so wichtig. Der Weg ist das Ziel.

Moment. So war das nicht gedacht. Wenn man die Sache richtig ernst nimmt, kann man sich nicht so einfach rausreden. Finde ich zumindest. Natürlich bleibt es jedem selbst überlassen, seinen Fortschritt in so großen oder kleinen Schritten zu machen, wie er möchte. Hauptsache, man macht Fortschritte. Insbesondere, wenn man etwas professionell betreiben möchte.

Denn wenn man gar nicht vorwärtskommt, ist da auch kein Weg, der das Ziel sein könnte. Da muss man schon ehrlich zu sich selber sein. Die Stagnation ist sicher nicht das Ziel.

Die Weiterentwicklung hingegen ist sehr wohl ein gutes Ziel. Dieses Ziel verfolge auch ich. Dennoch tappe ich gerne selber in die Falle, dass ich mangelnden Fortschritt als nicht so schlimm ansehe, schließlich geht es ja nicht nur um das Endprodukt.

Für manche Dinge kann ich einen ziemlich großen Ehrgeiz entwickeln. Manchmal geht mir dieser Ehrgeiz aber auch mittendrin verloren. Und dann hilft es mir nicht, wenn ich mich auf den Weg konzentriere. Damit kultiviere ich bloß einen Durchhänger.

Dennoch ist die Reise eine schöne, die genossen werden will. Der Prozess, insbesondere, wenn es ein längerer ist, soll schon auch Spaß machen. Sonst ist es nur eine Quälerei. Ich bleibe also dabei, beides ist wichtig.

Der Weg und das Ziel sind das Ziel.

1 Anmerkung zu “Der Weg ist das Ziel

  1. Tikker

    Manchmal ist es schwer zu akzeptieren, dass der Weg nicht direkt zum Ziel führt. Dass ich anhalten, vermeintlich sinnlose Schleifen drehen und Rückschritte machen muss. Das ist besonders dann ärgerlich, wenn es mir gerade eher auf das Ziel als auf den Weg ankommt. Interessant ist, dass man, einmal am Ziel angekommen, feststellt, dass es gar keinen anderen Weg gegeben hätte. Oder dass der vermeintlich direkte Weg ganz woanders hin geführt hätte. Es lohnt sich fast immer, die Geduld mit dem Weg und sich selbst nicht zu verlieren. Selbst wenn das Ziel, das man erreicht, vielleicht ein ganz anderes ist als das ursprünglich angepeilte – am Ende passen Ziel, Weg und Reisender oft perfekt zusammen und ergeben eine gute Geschichte.

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