Freitag, der 12.

Knapp daneben ist auch vorbei. Heute ist Freitag, und eben nicht der 13., sondern einfach nur Freitag, der 12. Schade eigentlich, aber die Frage, die ich mir dabei stelle, ist: Was macht den einen Tag so besonders und den anderen einfach nur gewöhnlich? Auf den ersten Blick scheint es doch keinen großen Unterschied zu machen, ob dieser Freitag nun der zwölfte oder der dreizehnte Tag im Monat ist.

Hmm. Rational und vernünftig betrachtet, ergibt es immer noch keinen großen Unterschied. Nicht mal einen kleinen, wenn man von der Differenz der beiden Zahlen mal absieht.

Womöglich liegt es daran, dass wir Menschen gerne irgendwelchen Dingen eine größere Bedeutung zuweisen. Wir lieben das Ungewöhnliche, das Unerklärliche, das Fantastische, das Unbegreifbare. Und daraus entstehen dann Aberglauben und irrationale Verklärungen oder Verteufelungen von so unschuldigen Ereignissen, wie bestimmten Freitagen. Wenn dieser seltene Zufall eintritt, dass ein Freitag auf den dreizehnten Tag eines Monats fällt, finden wir das dann plötzlich aufregend. Und erwarten, dass ganz viele Dinge schiefgehen oder schlimme Ereignisse eintreten. Was dann auch passiert. Das ist das Wesen der selbsterfüllenden Prophezeiung.

Und schon sind wir wieder in unserem irrationalen Glauben bestätigt: Freitag der 13. ist ein ganz besonderer Tag ist. Während uns Freitag, der 12. völlig kaltlässt.

Natürlich spielt da auch wieder die völlig individuelle Bewertung eine Rolle. Nichtsdestotrotz setzt sich solcherlei Aberglauben in der gesamten Bevölkerung fest. Es ist ein kulturelles Phänomen.

Und sowas kann man möglicherweise nutzen, um einer Geschichte einen interessanten Dreh zu geben. Menschen verhalten sich plötzlich ganz unerwartet. Oder sie interpretieren harmlose Zusammenhänge in eine völlig falsche Richtung. Dadurch kann man in den Plot Missverständnisse oder Konflikte einbauen. Und diese haben wiederum das Potenzial, sich bis hin zur tragischen Katastrophe aufzubauen. Alles bloß, weil einer der Protagonisten einem Aberglauben anhängt.

Tragisch, wirklich tragisch. Wäre doch bloß einfach nur Freitag, der 12. gewesen und nicht Freitag, der 13.

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