Warum man jeden Tag schreiben sollte

Ich reite ja nun schon oft genug darauf herum, warum man generell viel schreiben sollte.

Aber sollte man das auch jeden Tag tun?

Zunächst mal aus praktischen Gründen, wenn man nur nebenher als Autor tätig ist, hat man nicht so viel Zeit. Sich jeden Tag eine Viertelstunde dafür freizuschaufeln haut aber sicher ganz gut hin, auch wenn man viel zu tun hat. Eine Viertelstunde alle zwei Wochen bringt aber nicht so viel. Als tägliches Schreibpensum läppert sich da aber schon einiges zusammen im Laufe der Zeit.

Aber es gibt noch einen anderen guten Grund.

Wenn man etwas täglich tut, wird irgendwann eine Gewohnheit draus.

Das Momentum einer Gewohnheit ist nicht zu unterschätzen. Alles, was eine Gewohnheit ist, machen wir mehr oder minder automatisch, ohne groß darüber nachzudenken, ob wir das jetzt wirklich machen sollen oder nicht. Natürlich tun wir es, und es kostet uns keine große Überwindung. Und das ist ganz entscheidend, denn alles, was einen Überwindung kostet ist ein potenzielles Opfer des inneren Schweinehundes. Der frisst gute Vorsätze zum Frühstück.

Hier kommen wir zu einem weiterem Trick, seine Selbstdisziplin zu stärken: Indem es gar keine Disziplin mehr braucht. Willensstärke, das ist das Zeug, was man braucht um Selbstdisziplin aufzubringen, ist ein begrenztes Gut. Man hat täglich nur eine bestimmte Menge davon zur Verfügung. Auch wenn man seine Willensstärke trainieren kann (was zu empfehlen ist), ist sie nicht unendlich groß und man muss sie sich einteilen.

Versucht man, eine neue Gewohnheit aufzubauen, kostet das zunächst Willensstärke und Disziplin. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo man es einfach macht und fertig.

Wie Zähneputzen.

Ich hasse Zähneputzen. Aber kaputte Zähne sind auch keine Alternative, also bin ich ganz froh, dass Zähneputzen eine Gewohnheit ist.

Das Schreiben macht mir generell weitaus mehr Spaß als Zähneputzen, dennoch, es täglich zu tun, kostet mich manchmal Überwindung. Trotzdem versuche ich, dranzubleiben. Ich weiß, dass es irgendwann leichter wird.

Und wenn ich mal einen Tag auslasse? Die Welt geht davon nicht unter.

Einfach am nächsten Tag weiter machen.

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