Im Tran

Heute hätte ich fast meinen Blogartikel vergessen. Das wäre kein Drama gewesen, aber wieso ich jetzt doch noch schreibe, finde ich bemerkenswert. Also ein bisschen. Für mich ist es eventuell bemerkenswert. Heute war ich nämlich irgendwie im Tran. Vielleicht kennt ihr das. Man kommt nicht aus dem Quark, alles ist irgendwie zäh, aber es macht ja auch nichts, schließlich ist Sonntag.

Allerdings hatte ich mir schon irgendwie ein paar Dinge für heute vorgenommen und die dann nicht gemacht. Auch kein Drama. Gibt halt so Tage, da passiert nicht viel. Da ist man halt im Tran. Immerhin war ich heute im Wald auf dem Trimm-Dich-Pfad. Also nicht ganz so super faul, wie es hätte werden können. Und so ein paar andere Dinge der täglichen Routinen habe ich auch gemacht.

Aber was ist denn nun mit dem Blogartikel? Warum hätte ich ihn fast vergessen, aber dann doch nicht?

Man muss dazu sagen, dass ich für all die Dinge, die ich gerne täglich machen möchte und mir als Gewohnheiten antrainieren möchte eine Todo-Liste führe. Natürlich steht da auch der Blogartikel drauf. Aber eben auch jede Menge anderes Zeugs, viele Kleinigkeiten, die ich eben gerne mal vergesse, wenn sie noch nicht zur Routine geworden sind. Die Liste verändert sich auch im Laufe der Zeit, wenn irgendwas zur Routine geworden ist, fällt es raus und dann ist Platz für neues. Oder manche Dinge gebe ich auch einfach so auf, weil ich feststelle, dass es mir auf Dauer einfach nicht taugt.

Diese Erinnerungshilfe ist für mich ein wichtiges Werkzeug, um neue Gewohnheiten aufzubauen. Wenn ich das nicht tue, passiert nämlich meistens folgendes: Die neue Gewohnheit, die noch keine ist, mache ich am Anfang wirklich täglich. Für bestimmt zwei oder auch drei Wochen. Dann kommt eine Phase, wo es mir sehr leicht passieren kann, dass ich es mal vergesse. Vielleicht weil ich einen Tag krank bin, oder Besuch bekomme, oder ein spannendes Buch lese und plötzlich der Tag rum ist. Und dann gehe ich ins Bett und habe das, was auch immer ich mir angewöhnen will, nicht gemacht. Und merke es erst am nächsten Tag. Manchmal erst Tage später! Manchmal auch erst nach Wochen. Wenn ich es dann merke, ist mir normalerweise nicht klar, wie ich das vorher wochenlang jeden Tag machen konnte und dann einfach komplett vergesse.

Aber so ist es. Deswegen führe ich eine tägliche Liste, die mich an alles erinnert.

Heute hab ich die Liste auch nicht wirklich angeschaut. Und vermutlich wäre ich ohne einen weiteren Blick auf die Liste ins Bett gegangen. Eine Menge Kleinigkeiten fallen dabei unter den Tisch. Ist kein Problem, morgen werde ich ja wieder dran erinnert. Das hätte dann vermutlich auch meinen Blogartikel erwischt.

Aber da war so ein komisches Gefühl. Irgendwas fehlt. Das fühlt sich nicht gut an. So wie ungeputzte Zähne. Ich kann alles mögliche ausfallen lassen, aber Zähneputzen muss sein. Und offenbar auch Blogartikel schreiben.

Jetzt fühle ich mich wieder komplett.

Möglicherweise wird das gerade zu einer Routine, die ich bald von meiner Liste streichen kann.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.