Genre oder Genremix?

Die Mischung machts! Das gilt ja bei so vielen im Leben. Und meistens ist das eine gute Sache. Aber wenn man sich ein Genre für seinen Roman überlegt, kann das tricky sein.

Im Allgemeinen wird davon abgeraten ein wilden Genremix zu machen. Das ist zum einen für Verlage, Buchhandlungen und Bibliotheken ein Problem, weil sie das Buch dann nicht passend einsortieren können. Zum anderen ist es schwierig, ein Lesepublikum dafür zu finden. Denn die Leser finden so ein Buch auch nicht unbedingt, wenn es nicht in der passenden Kategorie steht. Außerdem weiß man als Leser nicht unbedingt, was einen da erwarten soll, das schreckt eher ab.

Aus irgendeinem Grund denken aber wohl viele Neuautoren, dass sie was komplett neues, einzigartiges erfinden müssen, dass es so vorher noch nie gab. Was dabei herauskommt ist aber eher einfach ein wirres Mischmasch, mit dem keiner etwas anfangen kann. Ich habe daher nicht den Drang, mein eigenes Genre zu erfinden. Mein Roman hat genau eine schon wohl definierte und bekannte Kategorie. Ein paar Anleihen aus anderen Genres fließen mit ein, aber es ist absolut eindeutig, wo mein Roman einsortiert wird.

Das Fundament einer guten Struktur gibt einem die Freiheit, sich voll zu entfalten.

Das gilt nicht nur für Romankategorien, sondern auch für vieles andere. Und ganz generell für die Kreativität, die sich meiner Meinung nach auch viel besser entfalten kann, wenn man ihr definierte Kristallisationspunkte und gut strukturierte Leitplanken gibt.

Ich stelle immer wieder fest, wie sehr mir das hilft. Mir kommen genug schöne, spannende, skurrile und seltsame Gedanken, wenn ich nur lange genug nachdenke. Nicht alle sind aber gut genug für eine Geschichte. Aus diesen vielen losen Fäden etwas Sinnvolles zu spinnen erfordert Struktur. Ich muss ein Gefühl dafür bekommen, was reinpasst, und was nicht. Gute Ideen entwickeln ist ein Prozess und wegschmeißen gehört zum Handwerk. Wenn ich eine Vorstellung davon habe, wo ich hinwill und was am Ende dabei herauskommen soll, tue ich mich wesentlich leichter, durch diesen Prozess zu gehen.

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