Schreibtherapie

Schreiben kann ja auch therapeutisch sein. Das soll nicht heißen, dass ich meinen Blog als Schreibtherapie nutze. Dafür habe ich eigentlich mein Tagebuch.

Oder vielleicht ist das Bloggen doch auch ein bisschen Therapie.

Denn jedes Mal, wenn ich einen Text schreibe, und mich dadurch intensiv mit dem Thema des Textes beschäftige, setzt das nochmal ganz andere Denkimpulse. Es macht einen Unterschied, ob ich die Sachen nur in meinem Kopf habe, oder tatsächlich niederschreibe.

Denn durch das Schreiben muss ich Ordnung in die Gedanken bringen. Ich muss ganze Sätze formen, die Grammatik einhalten, die einzelnen Wörter passend wählen. Eine geistig fordernde Aufgabe, die auch eine Menge Konzentration benötigt.

Manchmal geht mir das leicht von der Hand, die tollen Formulierungen fliegen mir nur so zu. Dann wieder gibt es Tage oder Themen, da holpert es ein wenig.

Das ist normal. Inzwischen habe ich auch ein wenig Übung im Blogartikel schreiben und bemerke da ein paar Dinge an mir.

Zum einen gehe ich zunehmend entspannter mit der Sache um. Am Anfang habe ich mir noch Sorgen gemacht, dass mir irgendwann nichts mehr einfallen würde, was ich hier schreiben könnte. Dass schon alles gesagt ist und ich nichts mehr interessantes finden würde. Erstaunlicherweise kommt mir dann doch immer wieder in den Sinn, worüber ich schreiben möchte. Und falls mir tatsächlich mal nichts einfallen sollte, geht davon die Welt nicht unter.

Als Nächstes fällt mir auf, dass ich tatsächlich meinen Perfektionismus besser loslassen kann. Das hängt natürlich mit dem ersten Punkt zusammen, je entspannter ich werde, desto weniger setze ich mich unter Druck nur ja keinen Fehler zu machen. Ich gebe mir dennoch Mühe, gute Qualität zu liefern, aber ich mache mir nichts draus, wenn es mal nicht ganz so gut ist.

Und im Großen und Ganzen habe ich das Gefühl, dass das tägliche Schreiben tatsächlich eine gewisse Persönlichkeitsentwicklung mit sich bringt. Die Themen, über die ich hier schreibe, beschäftigen mich so oder so. Aber die Bearbeitung im Blog macht es eben nochmal ein bisschen intensiver.

Ich glaube, dass auch viele Autoren ihre Bücher als eine Art Schreibtherapie nutzen. Nicht selten werden in Romanen autobiografische Erlebnisse verarbeitet. Oftmals sind es gerade diese persönlichen Schicksale, die uns besonders mitreißen, da wir wissen, dass es nicht nur reine Fiktion ist. Einem echten Menschen, einem von uns, ist so etwas tatsächlich passiert. Und er lässt uns an seiner Erfahrung teilhaben.

Ich lasse meine Leser zumindest schonmal an ein paar meiner Gedanken Teilhaben.

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