Schreibwetter

Ich habe schon darüber geschrieben, wie die Natur dabei helfen kann, kreativ zu sein. Und manchmal ist auch das passende Wetter super inspirierend. Dann hat es Schreibwetter.

Was ist dieses ominöse Schreibwetter? Das lässt sich nur schwer beschreiben.

Aber komm, ich schimpfe mich Autorin, als solche sollte es mir ein leichtes sein, komplizierte Dinge zu beschreiben.

Ich versuche mich also mal dran.

Schreibwetter ist diese besondere Stimmung draußen, die die künstlerische Schaffenskraft anregt. Sei es, dass der Himmel eine besondere Farbe hat, dass die Wolken ein verträumtes Muster formen, die Luft einen bestimmten Geruch hat. Die Atmosphäre hat eine bestimmte Dichte, eine Leichtigkeit oder eine Schwere, je nachdem. Es hängt auch manchmal davon ab, was man schreiben will. Die stürmische Nacht, mit Regen, der an die Fenster peitscht, Donner, Windgeheul, ächzende Bäume, jaulende Tiere, etc., schreit nach Horrorgeschichte. Die sanfte Abendstimmung in einem duftendem Rosengarten natürlich nach Herzschmerz. Aber es muss nicht immer ganz so platt zum Genre passen, es gibt auch einfach eine persönliche Vorliebe für eine bestimmte Grundstimmung. Bei mir ist meist komischerweise grau in grau, mit einem Touch Regen und einer leichten Brise Gras sehr inspirierend.

Aber auch ein schöner Sonnenuntergang ist sehr förderlich.

Nicht nur fürs Schreiben, sondern auch für den sprichwörtlichen Sundowner, aber ab und zu muss die Kreativität auch mal ein bisschen Entspannung haben.

Und überhaupt, entspannt kreativt es sich ja eh leichter. Wobei mich das zu einem anderen interessanten Thema bringt, wo wir grade vom Sundowner sprechen: Ein bisschen besoffen oder bekifft scheint ja für viele Künstler auch nochmal hilfreich zu sein. Offenbar werden da ganz andere Kreativitätssynapsen aus einer Schatzkiste entlassen, die im nüchternen Zustand verschlossen bleibt.

Ob man sich jetzt an einem schönen Himmel oder an einem leckeren Drink berauscht (oder an beidem) ist aber letztlich nicht entscheidend.

Das Gefühl, der Drang, sich zu einem bestimmten Zeitpunkt kreativ ausdrücken zu wollen, kann durch vieles ausgelöst werden. Man muss nur einfach offen dafür sein.

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