Heimbüro

Aktuell arbeiten große Teile der Bevölkerung von zu Hause aus. Das Heimbüro war vorher eher die Ausnahme und ist inzwischen die Regel. Während es für Otto-Normal-Arbeitnehmer noch recht ungewohnt ist, kennen viele Selbstständige das Modell schon länger.

Als Autor ist man der klassische Heimarbeiter. Und war es auch schon immer, schließlich ist das eine Tätigkeit, die man prima alleine machen kann und wofür man kaum Equipment braucht. Heutzutage kommt man mit einem Laptop hin, früher hat die Schreibmaschine gereicht und davor Papier und Stift.

Ich habe noch nie gehört, dass es irgendwo einen ganzen Autorenkonzern gegeben hätte. Wo fest angestellte Romanerschaffer morgens hingehen, im Großraumbüro mit anderen Autoren sitzen und nine-to-five an Buchprojekten schreiben. Eine interessante Vorstellung.

Möchte man seinen Roman nicht in völliger Isoliertheit schreiben, kann man aber heutzutage einen Co-Working-Space aufsuchen. Oder ins Café gehen. Also zumindest, wenn diese Einrichtungen nicht gerade zu haben, aufgrund politischer Lagen.

Das hat zwei Vorteile. Zum einen kriegt man ein bisschen sozialen Anschluss. Den sollte man nicht unterschätzen. Ein Plausch mit Arbeitskollegen ist eine willkommene Abwechslung, die sowohl die Kreativität anregen kann, als auch die mentale Gesundheit fördert. Zum anderen hat man zumindest im Co-Working-Space meist eine bessere Büroausstattung. Das wird einem vielleicht auch der Rücken danken.

Die Frage, ob man lieber alleine zu Hause oder mit Kollegen im Büro arbeiten möchte, muss wohl jeder für sich selber entscheiden.

Aber immerhin, man kann entscheiden!

Ich möchte die Vorteile des Heimbüros nicht missen. Allerdings möchte ich nicht immer und ausschließlich so arbeiten. Es ist natürlich praktisch, dass ich keine Zeit mit einem Arbeitsweg verschwende. Außerdem habe ich einen Kühlschrank mit so viel Essen für mich, wie ich will. Wenn es sich ergibt, kann ich auch mal auf dem Sofa arbeiten. Und der Paketbote muss nicht an die Nachbarn abgeben.

Andererseits komme ich zu wenig raus. Ich laufe Gefahr, den ganzen Tag nicht vor die Tür zu kommen, wenn ich das nicht gezielt einplane. Und ich gehöre nicht zu den Menschen, die gerne tagelang im eigenen Saft schmoren.

Ab und zu möchte ich mein Heimbüro einfach mal wieder Wohnung sein lassen.

1 Anmerkung zu “Heimbüro

  1. lth

    Wahre Worte. Mit der Pandemie kam (ständiges) Home Office und damit die Aufhebung der Trennung Arbeit-Freizeit.

    Antworten

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