Brotlose Kunst

Sollte man als Künstler überhaupt Geld verdienen? Ist Kunst nicht generell etwas, was man aus völlig intrinsischer Motivation heraus tut, ungeachtet dessen, was es eventuell abwirft? Und ist „brotlose Kunst“ ein positives oder ein negatives Idiom?

Nun, das kommt wohl darauf an, wie viel Brot man gerade hat und ob man Künstler ist oder nicht.

Es gibt ja die romantisch verklärte Vorstellung des genialen, aber bettelarmen Künstlers, dessen von Kreativität erfülltes Sein den Blick auf die Banalitäten des alltäglichen Lebens gar nicht erst zulässt, wodurch ihm Geld, Nahrung und andere Bedürfnisse völlig fremd, wenn nicht gar unter seiner Würde sind.

Dieses Bild bricht dann doch recht schnell unter dem Gewicht des Realitätschecks zusammen.

Ein Künstler, der nicht im geringsten an Broterwerb interessiert ist, ist entweder finanziell unabhängig und rundum versorgt, oder irgendwann am Hungertod verstorben. Die dritte Möglichkeit ist, dass er sich seinen Bedürfnissen stellt und sich eine geregelte und bezahlte Arbeit sucht. Allerdings sind die wenigsten Menschen von Haus aus so betucht, dass Möglichkeit eins in Betracht käme. Die anderen beiden Möglichkeiten beenden meist das Künstlerdasein.

Ich habe ja schon eine philosophische Betrachtung zum umgekehrten Fall gemacht: Man wird erst dadurch erfolgreicher Künstler, dass man dazu gezwungen ist, mit der Kunst Geld zu verdienen. Ich glaube auch immer noch, dass da was dran ist.

Nun, ich bin weder betucht, noch Hungerkünstler. Und ich will mich nicht darauf verlassen, dass der Erfolg mit der Notwendigkeit schon kommen wird. Daher muss ich das Schreiben weiter als Freizeitprojekt betreiben.

Was mir einerseits alle Bequemlichkeiten erhält und andererseits meinen bequemen Hintern erhält. Und das ist dem Projektfortschritt eben nicht so förderlich, wie ich zugeben muss.

Wenn die Kunst schon wackelt, ist eben immerhin das Brot gesichert.

Auf der anderen Seite gibt es sie ja, die erfolgreichen Künstler. Und statt ihnen vorzuwerfen, dass sie ihre Begabung dem schnöden Mammon opfern, werden sie gar bejubelt. Heutzutage hat man als Autor sogar Fans. Ich bin mir gar nicht sicher, ob ich wirklich Fans haben will, aber ein Einkommen durch einen Roman wäre tatsächlich nicht schlecht.

Damit ich wenigstens soweit finanziell gesichert bin, dass ich ein bisschen mehr Zeit in weitere Buchprojekte stecken kann.

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