Silentium!

Manchmal braucht man Ruhe. Die Nachbarskinder toben, irgendwer im Haus spielt Klavier, über mir fallen Dinge zu Boden. Silentium! Stille ist ein wichtiges Hilfsmittel. Unter anderem auch, um in den Flow zu kommen.

Jetzt ist das aber nicht immer so einfach zu bekommen. Ich habe Noise-Cancelling In-Ear Headphones. Das klingt schon schrecklich, wenn man es liest. Ich versuche es nochmal: Ich habe lärmunterdrückende Ohrhörer. Na, schon bisschen besser, aber immer noch nicht toll. Es ist erstaunlich, das etwas, was die Ohren schonen sollte sich so grauslich anhört, dass es einem den Ohrschmalz aufheizt.

Wie auch immer, die funktionieren nicht zu meiner Zufriedenheit. Manche Geräusche klingen seltsam verzerrt immer noch durch. Und ich mag es nicht, wenn meine Ohren abgedichtet sind. Das fühlt sich unnatürlich an. Das Geräusch meiner tippenden Finger darf schon noch zu hören sein.

Stattdessen kann ich Musik hören. Aber auch das hat seine Tücken. Wenn ich ablenkungsfrei schreiben will, brauche ich Musik ohne Gesang. Jedenfalls nichts mit Text, das bringt mich sonst gerne mal raus. Dafür kann die richtige Art von Musik geradezu antreibend und motivierend sein. Naturgeräusche finde ich auch schön, aber meistens klingen die dann doch irgendwann künstlich. Beispielsweise, weil die immer gleichen Klänge auf Endlosschleife laufen und sich das Gehirn davon nicht täuschen lässt.

Schwierige Angelegenheit! Aber tatsächlich stört mich die Geräuschkulisse gar nicht unbedingt so sehr. Es kommt schon darauf an, wie sehr ich mich konzentrieren muss. Und wenn ich schon mal mittendrin bin und im Flow angekommen, fällt mir es mir oftmals gar nicht mehr auf.

Am schönsten wäre es, tatsächlich völlig ungestört in der freien Natur zu sitzen und in angenehmer Stille, nur begleitet von leichtem Hintergrundrauschen, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen. Die aktuelle Wetterlage verhindert, dass ich das komfortabel machen kann. Und ich müsste dazu vermutlich erst mal eine ganze Weile fahren, bis ich ein Fleckchen Erde finde, wo ich wirklich ungestört bin. Aber im Sommer probiere ich das sicher mal aus.

Derweil begnüge ich mich mit medium silentium. Besser als nix.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.